Amberg
27.02.2026 - 10:18 Uhr

Heiko Blank offiziell als Leiter des Militärpfarramts Kümmersbruck eingeführt

Mit einem Gottesdienst wurde Heiko Blank in sein Amt als Leiter des Militärpfarramts Kümmersbruck eingeführt. Geprägt von starken Botschaften und Zuspruch, beginnt nun seine verantwortungsvolle Tätigkeit bei der Bundeswehrseelsorge.

Heiko Blank (links) zusammen mit Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg nach der Amtseinführung. Bild: Marlin Nixdorf
Heiko Blank (links) zusammen mit Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg nach der Amtseinführung.

„Womit habe ich das verdient?“, fragt Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg zu Beginn seiner Predigt und spricht somit aus, was viele seiner Zuhörer im Alltag oft denken. Unter ihnen auch Heiko Blank, selbst Militärpfarrer und der Mittelpunkt der Zeremonie, die sich am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, in der Erlöserkirche abspielt.

Etwa 100 Soldaten, Soldatinnen und zivile Interessierte kommen zusammen, um der offiziellen Amtseinführung Heiko Blanks als Leitung des Militärischen Pfarramts in Kümmersbruck beizuwohnen.

Blank ist zwar bereits seit dem 1. September 2025 in dieser Rolle tätig, doch mit der Zeremonie wird ihm das Amt offiziell durch den Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg übertragen.

Gnade ist Gratis

Den größten Teil der Veranstaltung nimmt der Gottesdienst ein. Unter dem Bibelzitat „Aber durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin“ gestalten die geistlichen Vertreter der Militärseelsorge in Zusammenarbeit mit dem evangelisch-lutherischen Pfarramt der Erlösergemeinde die Messe.

Der Bischof richtet seine Grußworte nicht nur an die Gemeinde, sondern auch direkt an Blank. Felmberg nimmt mit seiner Frage Bezug auf das Motto der Veranstaltung und erklärt den Zusammenhang zwischen „der Gande Gottes“ und dem alltäglichen Leben.

Das Wort Gnade – „gratia“ auf Latein – sei weniger als hochnäsiges Erbarmen, sondern vielmehr als bedingungslose Hilfe Gottes zu verstehen. In einer egozentrischen und auf Erfolg getrimmten Welt seien Erfolg und Scheitern immer an das eigene Verhalten geknüpft.

Doch so sehr man sich auch aus dieser Vorstellung löse – die Narben bleiben. „Leid kann man nicht wegdiskutieren“, bekennt Felmberg und überträgt diese Erkenntnis über die eigene Aufgabe auch auf den neuen Militärpfarrer.

München, Berlin, Kümmersbruck

Dabei ist die geistliche Unterstützung des Militärs für Blank kein Neuland. Der gebürtige Baden-Württemberger trat seinen Dienst als Militärpfarrer in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen an. 2013 wechselte er im Zuge der Standortauflösung in das Militärpfarramt in München, wo er unter anderem an der Sanitätsakademie der Bundeswehr für den lebenskundlichen Unterricht zuständig war.

In seiner Dienstzeit begleitete er auch die Soldatinnen und Soldaten nach Afghanistan und in den Kosovo, um ihnen im Einsatz beizustehen. 2019 wurde Blank zum Evangelischen Kirchenamt für die Bundeswehr in Berlin berufen, in dem er als Referent für "Pastorale Dienste" zuständig war. Drei Jahre später fand er sich zurück in Bayern, allerdings nicht zwischen Soldaten, sondern als Gemeindepfarrer der Domstadt Freising, wo er bis in den Herbst 2025 predigte.

Der Sturm im Inneren

Blank besteigt später selbst die Kanzel und beginnt seine Predigt mit einem Auszug aus dem Matthäus-Evangelium. Es ist die Geschichte vom Sturm, den Jesus Jünger überstehen, weil sie an ihn glauben. Jesus nennt Petrus einen Kleingläubgen und fragt ihn, warum er zweifelt.

Was erst wie eine Rüge klingt, deutet Blank um. Er sieht im Evangelium ein Beispiel von Seelsorge, dem er folgen möchte. „Entweder Jesus beruhigt den Sturm, oder er lässt den Sturm toben und beruhigt diejenigen, die auf ihn Vertrauen.“

Nach einem Garderobenwechsel folgt der formelle Teil der Veranstaltung. Verschiedene Inhaber geistlicher und politischer Ämter werden begrüßt und richten ihre guten Wünsche zu Blanks beginnender Dienstzeit aus.

„In einer Umfrage gaben 94 Prozent der befragten Soldatinnen und Soldaten an, dass sie die Militärische Seelsorge als wichtig erachten“, beginnt Dekanin Dittmar einen optimistischen Blick in die Zukunft der Kirche. Sie wünscht sich, dass diese Zahlen auch bei der allgemeinen Bevölkerung wieder steigen, und möchte sich für die Arbeit in der Gemeinde von der Militärseelsorge inspirieren lassen.

Zum Ende der Reden drückt Blank seine Dankbarkeit gegenüber den anwesenden Würdenträgern, den Organisatorinnen und Organisatoren der Erlöserkirche und der Kommune für seinen herzlichen Empfang aus. Dann lädt er die Gesellschaft für den letzten Teil der Veranstaltung in die Schweppermann-Kaserne ein.

 
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