28.09.2020 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Herbstversammlung des Fischereivereins Amberg

Die Herbstversammlung des Fischereivereins Amberg fand im Schützenhaus Raigering statt. Coronabedingt war der Saal nicht voll besetzt.

Bürgermeister Franz Badura (rechts) lobte gegenüber dem Vorsitzenden Tim Jüntgen den Einsatz des Fischereivereins für Natur und Umwelt.
von Autor OEProfil

Der Vorsitzender des Fischereivereins Amberg, Timm Jüntgen, bemerkte, dass so gut wie alle Aktivitäten, vom Fischkochkurs bis hin zum Schnupperangeln, heuer ausgefallen seien. "Bei den Pflege- und Hegemaßnahmen der Gewässer und Uferbereiche aber waren wir fleißig", so Jüntgen. 2019 wurden rund 1500 Arbeitsstunden abgeleistet. "Auch dieses Jahr werden wir in etwa diese Stundenzahl erreichen", informierte der Vorsitzende. Anmeldungen für den Arbeitsdienst können ab sofort auch online getätigt werden.

Erfreulich sei die Mitgliederentwicklung mit zwölf Neuaufnahmen, informierte Jüntgen. Mit dem Bauernweiher, nach Hirschau in der Nähe des Röthenweiher, wurde ein neues Gewässer gepachtet. Das rund 3,7 Hektar große Areal des Vereins wird durch den Stelzenbach gespeist. Das stehende Gewässer ist durch in den Uferbereichen meist sandige, teils schlammige Bodenstruktur geprägt. Weitere Informationen, wie Anfahrtsskizze und Parkmöglichkeiten stehen auf der neugestalteten Homepage.

"Wir haben in der Sandgrube 1 (Nähe Haidweiher) historisches Niedrigwasser. Für Angelaktivitäten ist deshalb die Sandgrube 1 bis auf Weiteres gesperrt, verkündete Jüntgen.

Im Rahmen des Artenhilfsprogramms (AHP) wurden in allen Vilsabschnitten in den vergangenen vier Jahren bedrohte Fischarten eingesetzt. Darunter 3000 Barben. Diese gehören zur Familie der Karpfenfische und können rund 70 Zentimeter groß werden. Zur Fortpflanzung ziehen laichreife Fische in großen Schwärmen weite Strecke den Fluss hinauf. Hier beginnen die Probleme. Oftmals erschweren Wehre das Weiterziehen. Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger reduzieren den Bestand ebenso wie der Fischotter.

Derzeit ist das Krebshege-Projekt in Vils und Lauterach voll im Gange. Aufgabe ist es, den Signalkrebs zu entnehmen. Rund 40 geschulte Fänger, darunter sieben des Fischereivereins Amberg, haben Krebsreusen aufgestellt. Knapp 65 000 Signalkrebse konnten bereits entnommen werden.

Unter dem Titel "Fischjäger & Co." zeigte Hans-Hermann Lier die Probleme, die durch Kormoran, Mink, Fischotter und Reiher die heimischen Fische betreffen. Hans-Hermann Lier ist Ausschussmitglied "Prädatoren" im Fischereiverband Oberpfalz, ehrenamtlicher Kormoranberater des Bayerischen Landesamtes für Umwelt sowie Teilnehmer am Projekt 317-Fischotter des Landesfischereiverbandes. In einer Langzeitstudie, Ziel ist es den Bestand der Fischotter zu belegen, hat Lier die Gewässer und insbesondere die Vils mit mehreren Wildkameras beobachtet und ausgewertet. Der Fischotter ist inzwischen an allen Vilsabschnitten sowie zum Teil in Weiheranlagen nachweisbar. Nicht nur Einzeltiere, sondern wie die Nachtaufnahmen von Lier aufzeigten, ganze Familien. Lier zeigte auf, dass Fischotter durchaus eine Größe von einen Meter erreichen können. Das Gewicht eines Rüden gehe bis zu zehn Kilo. Dementsprechend braucht der Wassermarder jede Menge Nahrung in Form von Fischen. Laut Lier seien das bis zu 1,5 Kilo pro Tag. "Egal, welche Fischgröße der Otter erbeutet", erklärte Lier, "er kann maximal nur zwischen 300 und 400 Gramm aufnehmen. Er nimmt deshalb nur das Beste. Den Rest holen sich sogenannte Abstauber. Die schauen regelmäßig nach". Lier belegte dies mit Bildern seiner Wildkameras. Das seien oftmals Fuchs, Krähe, Steinmarder und Ratten. Die Natur, so Lier, bestehe aus Artenvielfalt. Dazu gehören auch die Bewohner unter Wasser. Er bat die anwesenden Vereinsmitglieder Beobachtungen wie große Kormoranschwärme, Spuren von Mink und Fischotter zeitnah an den Verein zu melden.

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