Amberg
17.09.2018 - 13:42 Uhr

Hopfenhang bremst Tell nicht aus

Die Mitglieder des Schützenvereins I und Tell brauchen auf absehbare Zeit nicht um ihre Bleibe fürchten. Diese befindet sich noch innerhalb des Baugebiets Am Hopfenhang. Dort regieren parallel zur Sulzbacher Straße die Baumaschinen. Käufer des Geländes ist die Stadtbau. In deren Eigentum befindet sich auch das Schützenheim.

Am Hopfenhang in Amberg wird schon fleißig gebaut. Bild: Petra Hartl
Am Hopfenhang in Amberg wird schon fleißig gebaut.

(ben) Seit den 60er-Jahren steht das Gebäude an dieser Stelle, errichtet an einem Platz, der bis dahin der ehemaligen Brauerei Schießl unterirdisch als Fasslager diente. Dieses befand sich in einer Art Felsenkeller. Obendrauf wich eine Bretterhütte den Bedürfnissen der Sportschützen: I und Tell hatte den für sich benötigten Teil des Hangs von der Brauerei Schießl gepachtet und eben dort die eigene Bleibe errichtet.

Wie gefühlt

Durch die lange Bindung an die Familie Schießl stellte sich bei den Vereinsmitgliedern im Laufe der Jahre die Frage nach dem Gebäudeeigentümer immer weniger. Schmunzelnd räumt der seit gut zwei Jahrzehnten amtierende Oberschützenmeister Roland Nimmerrichter ein: "Es war unsererseits schon so etwas wie ein gefühltes Erbpachtrecht." Im gleichen Atemzug verdeutlichte er auch, dass dem nicht so ist. Will heißen, mit dem Besitzerwechsel von Schießl zur Stadtbau ging auch das I- und-Tell-Heim in das Eigentum der kommunalen GmbH über - ebenso wie der weit größere Rest der Magerwiese, auf der nun Wohngelegenheiten entstehen. Wie Nimmerrichter weiter sagte, laufe der gültige Pachtvertrag noch bis 2025. Er habe keine schriftliche Zusicherung über die Zeit danach, aber auch keine negativen Bekundungen seitens des städtischen Tochterunternehmens. Auf die Frage, ob der derzeit 80 Mitglieder zählende Verein gegebenenfalls ein Kaufinteresse an der Immobilie zeigen würde, meinte der Sprecher, dass sich diese Frage erst mit Ende des jetzigen Kontrakts stellen würde. Und dann wäre es sicher eine Frage des Preises, hielt sich Nimmerrichter alle Optionen offen. Das tat auf Nachfrage auch Stadtbau-Chef Maximilian Hahn, quasi der Hausherr, als er auf die doch relativ lange Gültigkeit der zwischen Pächter und Eigentümer einst getroffenen Vereinbarung abhob: "Da läuft noch viel Wasser die Vils hinab, bis darüber zu reden sein wird." Gleichwohl eröffne der Bebauungsplan durchaus die Möglichkeit, ein neues Gebäude zu errichten, Aber: "Was steht, hat grundsätzlich Bestand." Und Hahn ergänzte: "Wir haben nichts Konkretes im Hinterkopf." Andererseits sei heute nicht eindeutig absehbar, wie es im Schützenwesen in der Stadt insgesamt weitergehe. Nicht wenige Vereine litten unter Mitgliederschwund, und er wisse von Schützengesellschaften, dass diese über mögliche Kooperationen in der Zukunft Gespräche führten.

Mit Fußweg

Durch die aktuelle Baumaßnahme werde der Betrieb des I-und-Tell-Heims nicht beeinträchtigt, auch nicht die Parkplätze. Das Gebäude werde mit einem Fußweg an die Neubauten angebunden. Auf dem Hanggelände wachsen nach jetzigem Stand eine Anlage mit 14 Wohneinheiten samt Tiefgarage, die jetzt bereits vermarktet werden sowie sechs Doppel- und acht Einfamilienhäuser.

 
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