27.12.2019 - 11:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Hotel statt Ankermieter im Forum, kleinere Bürgerspital-Garage und Berg-Streit

Es sind Ambergs größte Baustellen: Zu beiden enthüllt die AZ nicht veröffentlichte Entwicklungen. Im April verkünden wir, dass das Forum seinen Ankermieter verliert, im Oktober ist's die kleinere Bürgerspital-Garage, die Schlagzeilen macht.

In den „Drei Höfen“, wie das neue Projekt von Bauart fürs Forum heißt, bleibt natürlich auch der Innenhof erhalten, der sich in dieser Animation mit Gastronomie, Bestuhlung und Begrünung schon mal attraktiv zeigt.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Das Mode- und Möbelhaus Frey aus Cham bestätigt auf Anfrage der Redaktion im Frühjahr, dass es nicht als größter, eigentlich fest eingeplanter Laden ins ehemalige Kaufhaus Storg einziehen wird. Ihm hat die Umsetzung des Vorhabens, dem bereits 14 Jahre Leerstand an der Bahnhofstraße 10 und 12 vorausgingen, insgesamt zu lange gedauert: Man habe den Eindruck, "dass sich das Projekt in Amberg schwertut", so die Aussage der Frey-Geschäftsführung, die obendrein eine "lange Phase der Unsicherheit" beklagt.

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Viel sicherer erscheint ihr da eine Alternative, die sich bereits zum Jahreswechsel auftat: Das Bekleidungshaus Wanninger in Bad Kötzting will nach 40 Jahren aufhören und sucht im Grunde einen Nachfolger. Die Unternehmensgruppe Frey packt die Gelegenheit beim Schopf und übernimmt den Betrieb mit 35 Beschäftigten und rund 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche, die etwa auch im Forum zur Verfügung gestanden wären.

Allerdings ohne Personal, das man erst hätte finden müssen und eben ohne die konkrete Aussicht auf einen Eröffnungstermin, weil laut Frey auch Fragen mit dem Denkmalschutz und zum Umgang mit der Bahnhofstraßen-Fassade ungeklärt waren. Summa summarum zu viele "Baustellen", bis mit dem Amberger Architektur- und Designbüro Bauart eine völlig neue Idee fürs Forum auf den Plan tritt. Der lokale Interessent möchte ein Hotel mit 90 Zimmern daraus machen, legt flugs konkrete Vorstellungen vor und tritt gleichzeitig als Investor für diese schnell als ideal erscheinende Alternative auf.

Der Stadtrat ist begeistert; zum Jahresende hin präsentiert Bauart erste spektakuläre Entwürfe und punktet obendrein mit einer Ladennutzung im Erdgeschoss sowie einer neuen öffentlichen Gastronomie für den Innenhof samt dessen Bewirtschaftung. Auch deshalb erhält das Projekt den neuen Titel "Drei Höfe". Weniger gut, aber genauso überraschend ist Anfang November die Nachricht von Investor Ten Brinke auf dem gegenüberliegenden Bürgerspitalgelände: Dort kann aufgrund des von Grundwasserströmen durchfeuchteten und felsigen Bodens die geplante Tiefgarage nur ein- statt zweigeschossig werden. Das bedeutet: statt über 160 vorgesehener nur 90 Stellplätze, die obendrein wegen der Reduzierung nicht mehr öffentlich nutzbar sein sollen. Dennoch sagt Ten Brinke, man wolle mit dem Bau von Garage sowie Wohn- und Geschäftsgebäude darüber (großer Lebensmittler) bei der Stange bleiben.

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Als schwierig entpuppt sich auch der von Kirchenstiftung und Investor Michael Fellner als Wettbewerbssieger gekürte Plan zur Erweiterung und Sanierung der Bergwirtschaft. Letztere ist unstrittig, aber ein Ausbau als Beherbergungsbetrieb mit 20 Gästezimmern und großem Saal vor allem für Hochzeiten und andere Feiern ruft die BI "Unser Berg" auf den Plan. Sie strebt ein Bürgerbegehren an, eckt am Ende aber auch mit ihren Argumenten und teils nicht korrekten Darstellungen der Lage an. Die nötige Zahl an Unterschriften ist laut BI-Mitteilung um ein Vielfaches übertroffen; eingereicht sind die Listen aber bis heute nicht bei der Stadt, die die Zulässigkeit des Begehrens und des geforderten Bürgerentscheids prüfen muss.

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