05.10.2018 - 11:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Hungrige Waller schlecht für Forellen

Weit über 1000 Arbeitsstunden verbringen Mitglieder für Hege und Pflege an Gewässern. Darüber informiert Vorsitzender Tim Jüntgen in der Herbstversammlung des Fischereivereins.

Die Barbe gehört zur Familie der Karpfenfische. Sie wird zwischen 30 und 70 cm groß. Sie ist Leitfisch der Barbenregion – also unserer Vils.
von Autor OEProfil

Die Teilnehmer versammelten sich im Schützenhaus Kleinraigering. Nicht gerechnet wurden die vielen ehrenamtlichen Einsätze der Vorstandschaft, der Beiräte, der Gewässeraufseher und Gewässerwarte. Jüntgen erinnerte an die vielen Aktivitäten des Vereins. Er dankte allen ehrenamtlichen Helfern für Vorbereitungskurse für die Fischerprüfung, Räucher- und Beizkurs, Schnupperkurse für Fliegenfischer, Exkursionen, Grünes Klassenzimmer, Ehrungen und Aufräumaktionen sowie den vielen Tätigkeiten an den Gewässern. Die Jugendleitung erhielt Sonderlob für die ansprechenden Aktivitäten. Es wurden einige große Waller aus der Vils und der Sandgrube geangelt, berichtete Jüntgen. Dabei waren einige Exemplare weit über einen Meter. Waller müssen entnommen werden, sagte Jüntgen. Ihre Population nimmt stetigt zu. Ihr Hunger nach Forellen, Barben und weiteren schützenswerten Flossenträgern sei groß. Seit Jahren beteiligt sich der Fischereiverein am Artenhilfsprogramm (AHP).

Ausführlich erläuterte Jüntgen die Besatzmaßnahmen nach dem AHP. Im Frühjahr wurden etwa 7000 1-sömmrige Nasen und etwa 7.000 1-sömmrige Nerflinge in die Vils eingebracht. Nasen und Nerflinge, auch Aland oder Orfe genannt, gehören zur Familie der Karpfenfische. Im Herbst , so die Information des Vereinsvorsitzenden, werden rund 500 1-sömmrige Rutten und etwa 1.200 2-sömmrige Schleien in die Gewässer eingebracht. Der Bestand der Rutten, in Bayern besser als Quappen bekannt, ist stark gefährdet. Besonderes Augenmerk legt man beim Fischereiverein auf den Barbenbestand. Rund 3.000 1-sömmrige Barben werden in die Vils eingebracht. Der Fluss wird fischereibiologisch als Barbenregion eingestuft. Aber die Tiere haben es nicht leicht. Zum Ablaichen schwimmen sie viele Kilometer flußaufwärts um steinigen bis sandigen Untergrund zu finden. Sie müssen dabei viele Hindernisse wie z.B. Staustufen und Wehranlagen überwinden und mit bauliche Veränderungen und auch Verschmutzungen klar kommen. Dazu kommen Feinde wie Waller, Hecht und Fischotter und die immer mehr werdenden Kormorane. Das Schlusswort hatte Bürgermeister Martin Preuß. Er würdigte das Engagement des Vereins in Sachen Tier-, Umwelt- und Naturschutz.

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