07.05.2019 - 16:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Immer Ärger mit dem Eichenprozessionsspinner

Noch ist es kalt draußen, doch schon bald tritt der Eichenprozessionsspinner in sein drittes Larvenstadium. Und damit fangen die Probleme an. Denn von nun an ist die Raupe der an sich harmlosen Motte eine toxische Zeitbombe.

Er ist ein Plage und vor allem sehr gefährlich. Demnächst tritt der Eichenprozessionsspinner wieder in sein drittes Larvenstadium ein und wird richtig gefährlich für Mensch und Tier. Über die Behandlung der Hinterlassenschaften der brandgefährlichen Motto gibt es jetzt eine Diskussion.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es war nur eine Randnotiz im Stadtrat am Montag. Hans-Jürgen Bumes beantragte im Punkt Sonstiges, man müsse sich jetzt noch einmal über das Thema Eichenprozessionsspinner unterhalten. Der Hintergrund, den er natürlich nicht öffentlich sagte: Tanja Prange, eine Bürgerin beschwert sich massiv über die Pläne der Stadt zur Bekämpfung dieses gefährlichen Schädlings, dessen Brennhaare beim Menschen zu Ausschlägen bis hin zu allergischen Schocks führen können. Bereits im März dieses Jahres hat der Hauptausschuss für Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners rund 40 000 Euro frei gegeben. Der Beschluss basiert auf dem entsprechenden Konzept, das Bernhard Frank vom Sachgebiet Grünplanung und Landespflege im Baureferat ausgearbeitet hat. Darin geht es zwar hauptsächlich darum, wie der Befall von Eichen mit dem Spinner verhindert werden kann, doch beschäftigt sich das Konzept auch mit den Maßnahmen, die zu ergreifen sind, wenn die ganze Bekämpferei im Vorfeld doch nichts gebracht hat.

Das letzte Mittel, wenn das Einsprühen mit Öl oder das spätere Absaugen der Raupen wirklich erfolglos war oder aber sehr sensible Bereiche wie Kindergärten oder Spielplätze betroffen sind, ist es, die befallenen Bäume zu fällen und zu entsorgen. Und hier beginnt das Problem. Denn die Entsorgungskette hat nach Ansicht von Tanja Prange eine entscheidende Lücke. So ist ihrer Kenntnis nach zwar bei der Fällung eines solchen Baums eine geeignete Schutzausrüstung zu tragen, erfolgt der Transport der gefällten Eichen selbstverständlich im geschlossenen Container. Doch dann, so hat sie in Erfahrung gebracht, sollen die Hinterlassenschaften auf einer Fläche im ehemaligen Munitionsdepot in Atzlricht erst einmal offen gelagert, im Winter gehäckselt und in einer dafür zugelassenen Verbrennungsanlage vernichtet werden.

Probleme bei Lagerung

Das Problem liegt also in der offenen Lagerung, so sagt Prange. Bei Wind und Sturm bestehe die Gefahr, dass die Brennhärchen der Raupen, die ja über Jahre ihr Gift enthalten, weit in den Umkreis verblasen werden - wo übrigens selbst keine Eichen stünden - und ahnungslose Spaziergänger oder Jogger unter den Folgen leiden. "Man nimmt billigend in Kauf, dass ahnungslose Erholungssuchende, Spaziergänger, Waldarbeiter usw. dieser akuten gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt werden. Von all den Tieren, die dort leben ganz zu schweigen", so schreibt sie und fordert, diese Hinterlassenschaften in den dortigen Bunkern und nicht davor zu lagern, bis sie verbrannt werden. Oder sie zumindest abzudecken.

Susanne Schwab, die Pressesprecherin der Stadt Amberg, bestätigt die Angaben von Tanja Prange auf Nachfrage im Großen und Ganzen. Sie macht aber deutlich, dass das Areal im Munitionsdepot selbstverständlich eingezäunt wird. Man habe sich hier auch für einen besonders windgeschützten Platz entschieden. Allerdings sei der Aufwand, den "Sondermüll" in die Bunker zu bringen, viel zu hoch und nach Meinung der Verantwortlichen bei der Stadt auch gar nicht nötig.

Auch hier stehen Eichen

"Auf diesem Gelände ist eine Gefährdung der Besucher ausgeschlossen", so Schwab. Und im Übrigen stünden im weiteren Umkreis des Depots natürlich auch Eichen. Von hier aus habe sich der Spinner wahrscheinlich sogar ursprünglich auf das Amberger Stadtgebiet ausgebreitet.

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