24.05.2020 - 10:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Interkultureller Garten in Amberg: Zukunft gesichert

Integration - für viele mag das nur ein Wort sein. Für den Malteser-Hilfsdienst nicht. Seit 2017 beschäftigt er Integrationslotsen, die sich um Flüchtlinge kümmern - zum Beispiel im interkulturellen Garten, dessen Zukunft nicht sicher war.

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Integrationslotsen des Malteser-Hilfsdienstes den interkulturellen Garten bisher weder nutzen noch auf Vordermann bringen. Das soll sich aber ändern, sobald sich die Situation bessert.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Integration von Flüchtlingen kann ohne ehrenamtliches Engagement kaum gelingen. Mit seinem seit 2017 bestehenden Angebot will der Malteser-Hilfsdienst seinen Beitrag dazu leisten, dass das auch in Amberg funktioniert. Vor einem Jahr startete Ehrenamtskoordinatorin Astrid Knab hinter dem Fitness-Center des TV 1861 Amberg am Schanzl mit dem interkulturellen Garten, in dem zum Auftakt Perser den Beginn des Jahres 2631 ihrer Zeitrechnung feierten. Im Sommer 2019 folgte das erste Amberger Zuckerfest. Dabei ging es im Ramadan um das gemeinsame Fastenbrechen. Knab erinnert sich: "Bis in den Abend hinein saßen alle noch gemütlich am Lagerfeuer mit Stockbrot und bei Lagerfeuermusik zusammen."

Erstes Zuckerfest in Ambergs Geschichte

Amberg

Knapp 30 000 Euro

Damit es Begegnungen wie diese auch weiterhin geben kann, sind die Malteser, die für die Kosten aufkommen, die trotz des ehrenamtlichen Engagements entstehen, auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Für das Projekt, das in die bundesweite Initiative "Hand in Hand" des Hilfsdienstes eingebettet ist, hatte die Organisation einen Förderantrag gestellt. Nun hat die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU), dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl mitgeteilt, dass das Projekt in Amberg mit knapp 30 000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 unterstützt wird.

Mehr über die Integrationslotsen des Malteser-Hilfsdienstes

Rund 50 Flüchtlinge

Sehr zur Freude von Gregor Schaaf-Schuchardt, dem Diözesangeschäftsführer des Malteser-Hilfsdiensts in Regensburg. Das Geld, so teilt er in einer Presse-Info mit, erleichtere die Finanzierung einer Halbtagsstelle, um die Freiwilligenarbeit in Amberg zu koordinieren. Damit ist die Zukunft des interkulturellen Gartens laut Astrid Knab vorerst gesichert. Seit 2017 versucht sie mit etwa 30 Freiwilligen, rund 50 Flüchtlingen das Ankommen und Einleben in der deutschen Gesellschaft zu erleichtern. Zwar hat die Corona-Pandemie auch den interkultureller Garten ausgebremst (Knab: "Heuer ist noch nichts geschehen"), aber sobald sich die Lage bessert, sollen begonnene und angedachte Vorhaben wieder aufgenommen werden. Für Knab ist das ein Muss, denn oft säßen Flüchtlinge in ihren Unterkünften aufeinander und hätten kaum eine Möglichkeit, sich sinnvoll in freier Natur zu betätigen. In dem Garten sind auch ein Kunst- und Kochtreff sowie ein Begegnungs-Café untergebracht.

Derzeit Zwangspause

Ins Wasser fallen müssen laut Knab vorläufig Aktivitäten der Tanzgruppe und große Teile des Sommerprogramms, wie eine Kleidertauschbörse und ein interreligiöses Fest. Aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben. Zumal nun die Finanzierung zumindest für zwei Jahre gesichert ist.

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