08.01.2019 - 15:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Investoren stehen bei Auer-Guss Schlange

Gerade ist bei Auer-Guss ein wichtiger Großauftrag angelaufen. Unabhängig davon geht das Insolvenzverfahren voran. Die ersten Interessenten für eine Übernahme des Amberger Traditionsunternehmens haben sich schon mal umgeschaut.

Das Werk von Auer-Guss in Ammersricht am Mundfeldweg. Derzeit sucht der Insolvenzverwalter Investoren, die das Unternehmen kaufen wollen. Die stehen offenbar Schlange.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Insolvenzverwalter Hubert Ampferl aus Nürnberg drückt auf die Tube. Wenn es nach ihm geht, dann wechselt der angeschlagene Automobilzulieferer Auer Guss bereits im Februar den Eigentümer. "Die Interessenten werden aufgefordert, bis kommende Woche ein indikatives Angebot zu machen, also ihre Preisvorstellungen zu nennen", schildert er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien das weitere Vorgehen. "Anschließend werde ich mit dem Bieter des höchsten Preises weiterverhandeln." Bereits Anfang Februar wäre dann im Idealfall alles in trockenen Tüchern.

Investorenprozess läuft

Ende November hatte das Amberger Unternehmen mit den Standorten in Ammersricht, im Industriegebiet Nord und im tschechischen Asch überraschend Insolvenz angemeldet. Der Automobilzulieferer mit Schwerpunkt Aluminium- und Magnesiumguss, der Komponenten für Multimediaanlagen und Mittelarmlehnen in Autos herstellt, sah sich urplötzlich vor finanziellen Problemen. Hauptkunde VW drosselte nach Aussage des Insolvenzverwalters die Produktion, gleichzeitig waren riesige Summen in neue Werkzeuge und Formen investiert worden, um für neue Aufträge gewappnet zu sein.

Plötzlich waren die Mittel sehr knapp, die Eigentümerfamilie Auer stellte einen Insolvenzantrag. Rechtzeitig, wie Hubert Ampferl, der Spezialist für Insolvenzen im Metallbereich, anmerkt. Er konnte das Schiff so in voller Fahrt übernehmen. Bis mindestens Mitte des Jahres, sagt er, könnte er Auer-Guss problemlos in den schwarzen Zahlen halten, sollte die schnelle Übernahme durch einen Investor überraschenderweise doch nicht so schnell vonstatten gehen, wie er sich das vorstellt. "Aber es gibt natürlich Themen im operativen Bereich, die angepackt werden müssen", weist er darauf hin, dass Auer ja nicht ohne Grund Insolvenz angemeldet hat. "Das Interesse beim Investorenprozess ist jedenfalls sehr rege", schildert er die aktuelle Situation. "Wir hatten inzwischen auch schon mehrere Besichtigungen pro Woche." Darunter auch sehr bekannte Unternehmen aus der Branche, die an einer strategischen Übernahme interessiert seien, um ihr Portfolio um den Guss-Spezialisten aus Amberg erweitern zu können. Wer Interesse zeige, bekomme zunächst einmal Zugang zum Datenraum mit den wichtigsten Zahlen des Unternehmens. "Natürlich gibt es auch Wettbewerber, bei denen wir mit den Zahlen eher vorsichtig sind."

Nur im Paket zu haben

Wichtig ist Hubert Ampferl, dass er nicht Teile von Auer-Guss oder nur eines bzw. zwei der drei Werke mit den insgesamt rund 250 Beschäftigten veräußern muss. Interesse besteht nur für den Verkauf des Gesamt-Pakets. "Anders geht es aber auch nicht, weil die Werke jeweils völlig unterschiedliche Dinge tun." Augenblicklich sieht es bei Auer laut Ampferl so aus, dass gerade ein sehr wichtiger Großauftrag angelaufen ist, der bedeutend für die Zukunft des Unternehmens sei. Die Kunden würden übrigens bei der Stange bleiben, es habe bisher keine Stornierungen von Aufträgen gegeben. "Ende Januar wissen wir dann auch schon Näheres, wie es weitergeht."

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