Das Land der aufgehenden Sonne, wie Japan auch genannt wird, zum Christentum zu bekehren, machte sich das weltweite Jesuiten-Netzwerk bereits im 16. Jahrhundert zur Aufgabe. Das Problem, Gelesenes in Zeichnungen umzusetzen und wahrhaftig zu interpretieren, verfolgt die Menschheit jedoch seit jeher. Die Parallelen zur unserer Zeit, obgleich Fotografie und bewegtes Bildmaterial zur Informationsweitergabe genutzt werden, sind weiterhin nicht zu leugnen.
Kurator Dr. Georg Schrott erzählte über Missverständnisse, fehlerhafte Karten, die Japan nur symbolisch darstellten und die große Verwechslung der Europäer zwischen Shogun und Kaiser. Erst als der „Indianer-Apostel“ Franz Xaver einem Japaner in Goa (Indien) begegnete, nahm die Missionierung ihren Lauf.
Die ausgestellten Bücher und Schriften führen durch die erste vorgestellte Irrealität, die durch Briefe des weltweiten Jesuiten-Netzwerks entstand, bis zu getreuen Zeichnungen der Hafeninsel Dejima, die 1630 einziger Kontaktpunkt der Europäer zu Japan wurde. Stolze Verkündungen über rund 300.000 Christen in Japan bis hin zu deren Verfolgung und Kreuzigung. In späteren Werken werden Tee-Zeremonien, Akupunktur oder Stadtpläne gezeigt, die die Lernbegierde befriedigen sollten.
Es ist eine bisher einmalige Ausstellung, die Leiterin Siglinde Kurz aus den Beständen der Provinzialbibliothek der Öffentlichkeit bis 15. Juli zugänglich macht.
Vortrag zur Ausstellung
- Donnerstag, 19. Mai, 19.30 Uhr: Im Barocksaal referiert von Japanologin und Historikerin Dr. Andrea Hirner.
- Inhaltlich geht es um Japans christliches Jahrhundert und die erste Begegnung mit dem Westen.













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