27.12.2019 - 14:07 Uhr
AmbergOberpfalz

"Jauchzet, frohlocket" bei Posaunenklängen in Paulanerkirche Amberg

"Mit unseren Angeboten wollen wir neue musikalische Horizonte eröffnen", so begrüßte Florentin Siegert das vorweihnachtlich gestimmte Publikum in der Amberger Paulanerkirche. Dort hieß es am Sonntag: "Jauchzet, frohlocket!"

Ein großer Projektchor und ein Berliner Posaunenquartett stimmen die Besucher in der Paulanerkirche festlich.
von Helmut FischerProfil

Florentin Siegert erläuterte die Arbeit des Projektchores, der am selben Tag in einem Workshop mit Lisa Marie Holzschuh unterschiedliche weihnachtliche Werke erarbeitet hatte, die auch im Konzert vorgestellt wurden. Es war auch der Projektchor mit etwa 40 Sängern, der zunächst von der Empore aus gemeinsam mit Orgel und dem Berliner Posaunenquartett den Abend eröffnete. "O Tannenbaum" erklang da in unterschiedlichen Facetten mit homogenem Chorklang in interessantem Arrangement, die Johannes Raab eigens für diesen Abend erdacht hatte. Überhaupt war es das Posaunenquartett aus Berlin, das den instrumentalen Glanz des Abends vermittelte.

Da wechselten sich drei Männer und eine Frau ab in den unterschiedlichen "Führungs"-Aufgaben ihrer Interpretationen, sie faszinierten mit einer nahezu vollkommenen Homogenität des Spiels und einer erstaunlichen Virtuosität ihrer Posaunen. In einem breitgefächerten Spektrum brachten sie sowohl als Quartett als auch als Solisten mit Orgelbegleitung Werke unterschiedlicher Epochen zum Klingen.

Tschaikowski mit einer schönen Ballade für Orgel und Posaune überraschte ebenso wie vom gesamten Quartett eine Folge von Weihnachtsliedern, Franz Liszt stand mit dem monumentalen "Hosianna in der Höhe" auf dem Programm, drei kurze Intraden von Beethoven erklangen und ein wunderschön geblasenes "Arioso" von Johann Sebastian. Bach brachte die Zuhörer (fast) zum Träumen.

Die "Rüstzeiten" zwischen den Stücken überbrückte Lisa Marie Holzschuh mit ausgewählten Texten, und sie stellte ihren Partner an der Orgel, Johannes Rauch, vor. "Er ist unser Mädchen für alles", sagte Holzschuh. "Er ist unser Organist, Arrangeur und Komponist." In der Tat: Die Arrangements, die Rauch für diese Kombinationen (Orgel und Posaunen-Quartett plus Chor) erdacht hatte, sowie seine Präsentationen an der Orgel und seine feinfühlige Begleitung, das alles war große Klasse.

Dem Konzert-Thema "Jauchzet, frohlocket" entsprechend waren im Chor-Workshop auch mit John Rutters Gloria und dem Eingangschor des Weihnachtsoratoriums zwei chorisch sehr anspruchsvolle Werke vorbereitet worden. Dabei hatte die Chorleiterin wohl die Schwierigkeiten dieser Kompositionen unterschätzt. Sowohl beim Rutter noch mehr aber beim Bach waren deutliche Schwächen in der chorischen Souveränität zu hören. Es spricht für das Engagement und den Ehrgeiz der Sänger, dass insbesondere der Bach ein versöhnliches Ende nahm.

Die partnerschaftliche Unterstützung durch Orgel und Bläser gab dabei wirkungsvolle Hilfestellung. Glanz und Größe der grandiosen Werke kamen jedoch trotz dieser Abstriche durch die jungen frischen Frauenstimmen zum Klingen. Die Posaunen zeigten mit drei schwedischen Tänzen ihre gestalterische Flexibilität, und brachten später Bachs berühmte "Air" in wohltönender Andacht zum Klingen.

Der Chor präsentierte sich mit dem schlichten Lied "Zu Bethlehem geboren" a-cappella in einem schönen Satz homogen, mit guter Textverständlichkeit und mit strahlend gesungenen Oberstimmen, die Bläser zelebrierten den "Abendsegen" aus "Hänsel und Gretel" und mit dem schönen Weihnachtslied "Still, still, still, weils Kindlein schlafen will" beendeten Chor, Bläser und Orgel diesen vielseitigen Konzertabend.

Ein großer Projektchor und ein Berliner Posaunenquartett stimmen die Besucher in der Paulanerkirche festlich.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.