12.11.2019 - 15:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Aus Josefshaus wird Prechtlhaus: Teilabriss beginnt

Dort, wo viele heute arrivierte Amberger in ihren wilden Zeiten abrockten, tanzt jetzt ein Minibagger. Das Josefshaus wird nach Jahren des Leerstands umgebaut und unter neuem Namen städtebauliche Akzente setzen.

Schweres Gerät nimmt das Areal des früheren Josefshauses in Beschlag, nachdem mehr als 15 Jahre dort Stillstand herrschte.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Nicht nur der legendäre Veranstaltungsort ausgelassener Bälle, schmachtender Konzerte und wilder Rockveranstaltungen geriet in Vergessenheit, mit ihr auch ein Fassaden-Relief. Es stammt von dem später zu Bekanntheit und Ruhm gekommenem Zeichner und Grafiker Michael Mathias Prechtl. Einem gebürtigen Amberger. Es zeigt einen stilisierten Handwerksburschen auf der Walz, er wird freudig von einer Frau empfangen, vielleicht kommt er wieder nach Hause.Ein neues Zuhause soll das umgebaute Josefshaus den künftigen Bewohnern von 16 Wohnungen sein, die nun in dem Komplex entstehen. Dann heißt es Prechtlhaus. Zu einem symbolischen Hammerschlag hatte für Dienstag das Investoren-Ehepaar Silke und Erwin Voit eingeladen, nachdem einen Tag zuvor die erste Abbruch-Arbeiter angerückt waren. Dem Boden gleich gemacht wird der Komplex jedoch nicht, der Korpus und die Kubatur bleiben erhalten. Aus dem einstigen Veranstaltungssaal im Erdgeschoss werden Autostellplätze, die Stockwerke darüber nehmen hochwertige bis exklusive Appartements, Wohnungen und Penthouses auf.

Beherbergungsbetrieb und Kult-Saal: Zur Geschichte des Josefshauses

Erwin Voit ist anzumerken, dass er selbst gespannt ist, wie sich sein erstes Immobilienprojekt entwickelt. Als Amberger im einschlägigen Alter kennt er, was viele Bürger der Stadt mit diesem Komplex verbinden. Voits Ansatz, aus dem voluminösen Leerstand in attraktiver Altstadt-Randlage ein Wohnprojekt zu entwickeln ist der letzte in einer Reihe vieler Ideen und Pläne.

Der Architekt Georg Zunner hat sie alle mit Entwürfen begleitet, 15 Jahre lang, im Auftrag wechselnder Eigentümer mit wechselnden Konzepten. Sie reichten vom Totalabriss und Aufbau als Geschäftshaus über einen neuen Veranstaltungssaal bis hin zu einem Hotel. Jetzt werden es Wohnungen und jeder ist froh darüber. Auch Oberbürgermeister Michael Cerny, der sich eine ganze Reihe positiver städtebaulicher Effekte von dem Projekt erhofft. Sie reichen - wie er in persönlichen Gesprächen erfahren hat - von der Rückkehr gebürtiger Amberger in ihre Heimatstadt bis hin zu der Steigerung des Renommees als attraktiver Wohnort.

Im Juni 2019 wurden die Zukunftspläne vorgestellt

Amberg

Ende 2021 fertig

Auch verspricht er sich eine architektonische Aufwertung der Silhouette am Altstadtrand am Kaiser-Wilhelm-Ring entlang. Wenn dieses Stück weniger als Hauptverkehrsachse der innerstädtischen B 85 wahrgenommen würde, wäre es dem OB recht. In sechs Wochen will der Abbruchunternehmer Stefan Rubenbauer mit der Entkernung fertig sein, danach ist das Bauunternehmen Mickan am Zug. Ende 2021 soll laut Voit das Prechtlhaus bezugsfertig sein.

Hammerschlag unter dem Relief des künftigen Namensgebers: Das Investoren-Ehepaar Silke und Erwin Voit (Dritte und Vierter von rechts), Oberbürgermeister Michael Cerny (Zweiter von rechts) und Geschäftspartner des Projekts geben den offiziellen Startschuss.
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