02.11.2021 - 14:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Jüdisches Puppentheater in Amberg baut Brücken

Zum Abschluss der Festwoche zum Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben“ hat die Israelitische Kultusgemeinde Amberg an die Kleinsten gedacht und ein Puppentheater engagiert. Dazu reiste Shlomit Tripp aus Berlin an.

Shlomit Tripp ist die Puppen-Mama der Bubales. Mit ihrem Berliner Puppentheater – hier mit den Hauptdarstellern Schweinchen Babett und seinem rothaarigen Freund Shlomo – gastiert sie auch in Kreuzberg vor muslimischen Publikum.
von uscProfil

Auf sehr verständliche Art hat Künstlerin Shlomit Tripp bei ihrem Auftritt mit ihrem Puppentheater in Amberg nicht-jüdischen Kindern das Brauchtum ihrer Religionsgemeinschaft, speziell die Rolle der Tiere im Judentum und hier als zentrales Thema den vielumfassenden Betriff „koscher“, vermittelt.

Im Mittelpunkt der Aufführung standen Babett, das Schwein, und der Junge Shlomo. Bevor der kleine Tüftler mit seiner Koscher-Maschine die jüdische Welt auf den Kopf stellte, erfuhren die kleinen und erwachsenen Zuschauer zunächst einmal, dass koscher nicht nur für das Essen, sondern auch für die Nutzung verschiedenen Geschirrs gilt. Denn: In der jüdischen Küche werden Fleisch und Milchprodukte streng getrennt und nicht vermischt. Dies ist eine der 613 in der Tora festgeschriebenen Regeln.

Ein Rabbiner umschrieb es für die Zuschauer ganz einfach: Koschere Tiere haben gespaltene Hufe und sind Wiederkäuer. Dazu zählt übrigens neben Ziege und Schaf auch die Giraffe. Und verzehrbare Tiere aus dem Wasser müssen Flossen und Schuppen haben. Dazu rechnet man nicht den Aal und nicht Schalentiere wie die Krabbe.

Doch zurück zur Handlung. Shlomos türkische Freundin Aische wunderte sich eingangs, dass auch bei Juden Schweine verboten sind. Und Max, der Lachs, sang über koschere Wassertiere. Schweinchen Babett beneidete Mendel, das Schaf, und wollte unbedingt auch koscher werden. Dabei sollte ihm Shlomo mit seiner selbsterfundenen Koscher-Maschine helfen. Die Maschine funktionierte. Was nun, da nun auch das Schwein koscher war? Helle Aufregung allerseits.

Da griff Muslima Aische in die jüdische Kultgeschichte ein. Sie polte Shlomos Koscher-Maschine um – und Babett war zur Freude aller wieder ein echtes Schwein und nicht mehr koscher.

 

 

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