(hwo) Sie starteten in ihrer rumänischen Heimatstadt Craiova und tauchten in der Nacht zum 20. November vergangenen Jahres in der oberpfälzischen Provinz auf. Zwei Männer fuhren mit einem Wagen an zwei landwirtschaftlichen Anwesen im Gemeindebereich Birgland vor und begannen zu klauen. Als sie türmten, befanden sich etliche elektrische Geräte in dem Auto.
Nicht lange darauf sahen fränkische Polizisten den Wagen bei Lauf. Sie verfolgten ihn, mussten kräftig Gas geben und sahen dann, wie der rumänische Transporter an einen Zaun krachte. Die beiden Insassen wurden festgenommen und in U-Haft gebracht. Das Diebesgut erhielten die Besitzer zurück.
Zunächst ohne Bewährung
In einem Prozess vor dem Amberger Schöffengericht wurden die beiden Einbrecher heuer zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt. Der eine akzeptierte, der andere ging in Berufung. Er hatte 18 Monate ohne Bewährung erhalten und hätte demnächst wegen guter Führung eine Chance auf vorzeitige Freilassung bekommen.
Das spielte nun in der Neuauflage des Verfahrens eine Rolle. In dem Prozess vor der 3. Strafkammer des Landgerichts ging es jetzt nur noch um das Strafmaß. Alle geladenen Zeugen konnten wieder gehen, denn mit seiner Beschränkung auf den sogenannten Rechtsfolgenausspruch hatte der Familienvater auch die Straftaten zugegeben.
Richter öffnet Zellentür
Was tun mit ihm? Sein Verteidiger plädierte dafür, die 18 Monate nunmehr zur Bewährung auszusetzen und damit seinem Mandanten die Möglichkeit zu geben, nach Craiova zurückzukehren. Die Staatsanwältin widersetzte sich dem und meinte, angesichts der kriminellen Energie seien die eineinhalb Jahre schon abzusitzen.
Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Gerd Dreßler öffnete dem Rumänen die Zellentür in der JVA Nürnberg. Sie änderte das Ersturteil, gab Bewährung und ließ den 34-Jährigen nach fast einem Jahr Haft frei.
Im Verlauf der Verhandlung hatte sich herausgestellt: Vor den Richtern saß ein Hochschulabsolvent, der nach seinem juristischen Studiengang als Manager im Teppichwerk des Vaters arbeitete.













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