14.02.2020 - 13:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Keine Debatten bei Verstoß gegen Hausverbot

Klare Sache: Wenn der Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch macht und Lokalverbot ausspricht, muss der Gast gehen. "Lange Diskussionen gibt es da nicht", sagt der Richter und verhängt eine stattliche Geldstrafe in Höhe von 2800 Euro.

Weil er sich nicht konsequent an das gegen ihn verhängte Lokalverbot hielt, muss ein 38-Jähriger nun 2800 Euro Strafe zahlen.
von Autor HWOProfil

Der 38-jährige Angeklagte sitzt gern an Spielautomaten. Doch dann, so wurde in einem Verfahren vor Amtsrichter Peter Jung deutlich, geriet er vor längerer Zeit in den Verdacht der Manipulation und wurde von der Wirtin mit einem Hausverbot belegt.

Im November 2018 will er seinen Angaben zufolge wiedergekommen und eine ganz Nacht lang seiner Leidenschaft nachgegangen sein. "Keiner hat etwas gesagt", erinnerte sich der Mann jetzt. Für eher unwahrscheinlich hielt dies die als Zeugin geladene Lokalbetreiberin. Fest schien zu stehen: Sie selbst war offenbar damals nicht anwesend.

Im Februar 2019 saß der Amberger plötzlich abermals an den Automaten. Die Wirtin bemerkte das, sprach ihn an und erneuerte das Hausverbot. Doch der 38-Jährige dachte zunächst nicht daran, das Lokal zu verlassen. Er begann zu diskutieren, verwies angeblich auf ein zu diesem Zeitpunkt noch im Spielautomaten vorhandenes Geldguthaben und empfahl der Frau, sie möge doch zur Durchsetzung ihrer Weisung die Polizei holen. Die Debatte dauerte wohl annähernd zehn Minuten. Dann ging der Gast und bekam später einen Anhörungsbogen von der Polizei. Denn im Nachhinein war zur Vermeidung weiterer unerwünschter Besuche Anzeige erstattet worden. Was folgte, war eine Anklage der Staatsanwaltschaft. Allein schon wegen fast eines Dutzends Vorstrafen. Darunter befand sich auch ein Hausfriedensbruch.

In den Plädoyers kollidierten die Meinungen. Staatsanwältin Jasmin Hertel forderte acht Wochen Haft mit Bewährung und verlangte außerdem 1000 Euro Geldauflage. Sein Mandant sei ja letztlich der Aufforderung gefolgt, konterte Verteidiger Jörg Jendricke. Er hielt die Debatte zwischen Wirtin und Gast für durchaus vorstellbar und riet dem Richter zum Freispruch.

Der Vorsitzende verhängte eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 70 Euro (2800 Euro). Für ganz wesentlich hielt Jung in seiner Urteilsbegründung den Hinweis: "Wer Lokalverbot bekommt, hat zu gehen." Der Hausherr habe ein Recht dazu. "Diskussionen erübrigen sich", fügte der Richter hinzu. Zumal, wie im vorliegenden Fall, der unerwünschte Gast wiederholt zum Abgang aufgefordert worden war.

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