21.10.2019 - 16:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Kinder erlesen sich ihre eigenen Türme

Dass Lesen bildet, das weiß jedes Kind. Dass aber Lesen auch unheimlich Spaß macht, das ist ein großes Geheimnis, das sich nur den kleinen und großen Kindern erschließt, die bereit sind, sich der Magie der Bücher zu hinzugeben.

Die Schüler aus Amberg, Hahnbach und Kastl sind zu allem entschlossen. Sie werden lesen, bis ihr Wunschturm fertig ist. Oberbürgermeister Michael Cerny (stehend) ist überzeugt davon, dass sie ihr Ziel schaffen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Lesen kann man im Bett, auf dem Sofa, in der Schule, am Strand oder ganz eisern am Schreibtisch. Man kann aber auch Türme erlesen. Zumindest rein theoretisch.

"Büchertürme" heißt eine Aktion, die auf einer Idee der Schriftstellerin Ursel Scheffler (Kommissar Kugelblitz) basiert, die vor einiger Zeit mit Erschrecken festgestellt hat, dass die Kinder in ihrer Heimatstadt Hamburg beim Lesetest der Pisa-Studie deutlich schlechter abgeschnitten haben als die im chinesischen Shanghai. Dabei müssen die Chinesen rund 3000 Zeichen beherrschen, um fließend lesen zu können, die Kinder hier aber nur 26. Kurzentschlossen rief Ursel Scheffler die Aktion "Büchertürme" ins Leben.

Die funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Schulklassen oder Schulen suchen sich einen Turm in der Umgebung aus, ermitteln dessen Höhe und versuchen, so viele Bücher zu lesen, bis die Höhe der Buchrücken die des Turms erreicht. Bei der lokalen Auftaktveranstaltung am Montag in der Stadtbibliothek, an der Kinder aus der Max-Josef-Schule, der Mittelschule Hahnbach und der Grundschule in Kastl teilnahmen, versprach Gabriele Gauder von der Stadtbibliothek, dass hier genügend "Baumaterial" vorhanden sei, um den Martinsturm mit seinen 92 Metern errichten zu können - 9200 bis 9300 Bücher werde man dafür wohl brauchen.

Bevor aber der Martinsturm in Angriff genommen wird, erlesen die teilnehmenden Schulen erst einmal kleinere Türme. So haben sich die Max-Josef-Schüler die eigene Schule mit ihren knapp 31 Metern vorgenommen, die Kastler Kinder wollen die 47 Meter des Klosterturms von St. Peter erreichen, die Hahnbacher fangen bescheiden mit dem Storchennest auf dem Amberger Turm an und die Raigeringer Kinder nehmen sich zum Auftakt den Vesuna-Turm mit seinen 18 Metern vor.

Oberbürgermeister Michael Cerny ist sich sicher, dass die Kinder das schaffen. "Denn wenn Kinder etwas wollen, dann erreichen sie es auch."

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