21.08.2018 - 10:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Kinderfeuerwehr: Zündeln unter Aufsicht

Sie nennen sich Löschküken. Oder Löschdrachen. Und sie lernen spielerisch, worauf es ankommt. Wissen, das hilfreich ist für spätere Einsätze, sofern sie denn bis zum Erwachsenenalter der Feuerwehr treu bleiben.

Beim Spiel ohne Grenzen treten Teams der Kinderfeuerwehren gegeneinander an. Heuer war der Wettbewerb in Ursensollen, nächstes Jahr geht er in Hahnbach über die Bühne.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Kinderfeuerwehren verzeichnen derzeit einen Boom. Wie rasant deren Zahl ansteigt, belegt der Landesfeuerwehrverband mit Zahlen. Anfang 2017 gab es bayernweit 394 Feuerwehr-Kindergruppen, denen 5216 Mädchen und Buben angehörten. Zum 1. Januar 2018 waren es bereits 8224 Kinder in 607 Nachwuchsgruppen. "Das ist ein toller Erfolg", freut sich Kreisbrandrat Fredi Weiß über diese Zahlen. Doch nicht nur darüber, denn auch im Landkreis stellt er diesen Trend fest.

Wie hoch der Stellenwert der Kinderfeuerwehren in der Region ist, lässt sich auch daran ablesen: Der Kreisfeuerwehrverband hat dafür einen eigenen Fachbereich eingerichtet, geleitet von Harald Schmidt von der Feuerwehr Auerbach. Deren Kindergruppe hatte sich im Jubiläumsjahr 2017 (150 Jahre Feuerwehr Auerbach) gegründet. Und die Auerbacher haben mit der Kinderfeuerwehr sehr gute Erfahrungen gemacht, wie Schmidt erzählt. "Eine ganz große Hilfe dafür war die Handreichung des Landesfeuerwehrverbandes", berichtet er über die Anfänge. Darin gehe es um rechtliche Fragen, um die Anforderungen an die Betreuer und auch darum, was man mit den Kindern machen dürfe - und was eben nicht.

Ab sechs Jahren

Aufgenommen in die Kinderfeuerwehr können Mädchen und Buben ab sechs Jahren. Wenn sie dann zwölf Jahre alt sind, können sie in die Jugendfeuerwehr wechseln. "Von neun bis zwölf, das ist schon eine riesige Altersspanne", gesteht Schmidt. Deshalb wurde in Auerbach die Kinderfeuerwehr für ihre Treffen in zwei Gruppen aufgeteilt: In einer sind die Sechs- bis Achtjährigen, in der anderen die Neun- bis Zwölfjährigen. Aktuell sind es 43 Kinder, die die Feuerwehr Auerbach betreut.

Im Landkreis sind es 150 Mädchen und Buben in den Kinderfeuerwehren engagiert. "Die Zahl geht stetig nach oben", freut sich der Kreisbrandrat. Die ersten, die eine eigene Kindergruppe gegründet hatten, waren die Haselmühler. Dann sei es ziemlich schnell weitergegangen. "Jetzt haben wir acht im Landkreis", sagt Weiß. Die jüngste Kinderfeuerwehr ist die der Riedener, Sie gibt es sei heuer. Wie oft sich die Mädchen und Buben treffen, ist ganz unterschiedlich. "Wir haben einen 14-tägigen Rhythmus, sagt Harald Schmidt. Von anderen weiß er, dass sie einmal im Monat treffen abhalten, manche auch im dreiwöchigen Turnus. Die Hälfte der Kinder in Auerbach sind Mädchen. Auch bei der Jugendfeuerwehr sind inzwischen längst nicht mehr nur Jungs. "Gut ein Drittel sind Mädchen", erläutert Fredi Weiß. Im Vordergrund steht die Brandschutzerziehung. "Das geschieht auf spielerische Weise", erklärt Schmidt. Denn eines ist klar: Die Die Kinder - die Jüngsten sind sechs Jahre alt - seien zu vielem körperlich gar nicht in der Lage. So sei beispielsweise die Ausrüstung eines Feuerwehrmannes viel zu schwer für die Kleinen. Nichtsdestotrotz machen die Betreuer die Kinder mit der Feuerwehrtechnik vertraut. Dabei kommt natürlich auch die Kübelspritze zum Einsatz. "Zu 30 Prozent geht es um Feuerwehr-Spezifisches", führt Kreisbrandrat Fredi Weiß aus.

So schnell kann's brennen

Harald Schmidt erzählt von einer Reihe von Versuchen zum Thema "Wie entsteht Feuer?" der Auerbacher Kindergruppe im vergangenen Herbst und Winter. Er hatte die Mädchen und Buben aufgefordert, nach Weihnachten die ausgedienten Adventskränze zur Gruppenstunde im Feuerwehrhaus mitzubringen. "Draußen im Hof haben wir sie dann angezündet." Die Kinder sahen live, wie schnell sich die Flammen ausbreiten können. Zündeln darf der jüngste Feuerwehr-Nachwuchs auch - natürlich unter Aufsicht und nur, um zu Übungszwecken. Denn die Kinder sollen auch lernen, wie man richtig mit dem Streichholz umgeht.

Die Kinder wissen, wie wichtig Rauchmelder sind und haben keine Scheu, im Ernstfall einen Notruf abzusetzen. Wissbegierig und interessiert seien die Kinder, loben der Kreisbrandrat und der Fachbereichsleiter. Und sie seien auch Multiplikatoren hinein in die Familien. "Sie sagen natürlich den Eltern, warum Rauchmelder so wichtig sind."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.