17.03.2020 - 17:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Kirchliches Leben in Amberg-Sulzbach kommt zum Erliegen

Leere Weihwasserbecken waren der Anfang. Nun setzen auch die Kirchen das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen in die Tat um: Gottesdienste finden nicht mehr oder ohne die Teilnahme der Gläubigen statt. Gebetet werden kann trotzdem.

Das Coronavirus macht auch vor den Toren der Kirchen nicht Halt: Gottesdienste fallen aus - Weihwasserkessel bleiben leer, wie hier in der Amberger Georgskirche.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Auch vor den Pforten der Kirchen macht das Coronavirus nicht Halt. Obwohl erst Ende vergangener Woche alle Gottesdienste auf 100 Teilnehmer beschränkt wurden, ist diese Regelung schon wieder überholt.

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Wie in einer Mitteilung von Generalvikar Michael Fuchs an die Pfarreien im Bistum Regensburg am Montag zu lesen ist, sind ab sofort alle Gottesdienste an Werktagen ohne die Gläubigen abzuhalten. Damit reagiert die Diözese auf das Verbot öffentlicher Veranstaltungen der Regierung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine Teilnahme an Gottesdiensten ist für die Bevölkerung deshalb nicht mehr erlaubt. Auch die Kirchen in Amberg-Sulzbach setzen diese Anweisungen um.

Nächstenliebe heißt Abstand halten

Stadtpfarrer Thomas Helm von der Pfarrei St.-Martin erklärt: "Wir werden nur zu zweit in der Kirche sein, der Mesner und ich. Der Mesner repräsentiert dabei die Gemeinde, die Gläubigen. Wir werden im Sinne der Menschen die Messe abhalten und die besondere Situation in unser Gebet einschließen. Die Menschen sollen wissen: Es wird weiterhin gebetet." Auf der Homepage der Pfarrei und Facebook informiert Pfarrer Helm über die aktuellen Entwicklungen. Dort schreibt er: "So paradox es klingt, Nächstenliebe heißt im Moment, dass wir Abstand zueinander halten."

Auch in der evangelischen Paulanergemeinde finden ab sofort keine Gottesdienste mehr statt, wie Pfarrer Bernd Schindler erklärt: "Seit Bekanntgabe der staatlichen Maßnahmen haben wir da keinen Spielraum mehr." Es werde aber aktiv an Möglichkeiten gearbeitet, wie die Pfarrei mit den Kirchenmitgliedern in Kontakt bleiben könne. Eine Idee sei ein extra Pfarrbrief mit Gottesdienstheftchen.

Kirchen bleiben geöffnet

Für das stille Gebet des Einzelnen, bleiben die meisten Kirchen weiterhin geöffnet. Volle Weihwasserbecken gebe es in der Basilika St. Martin bereits seit einigen Wochen nicht mehr, so Pfarrer Helm: "Es besteht aber die Möglichkeit sich Weihwasser am großen Kessel für den Eigengebrauch abzuzapfen." Ob die Sonntags- und Ostergottesdienste abgehalten werden, will das Bistum Regensburg am Mittwoch mitteilen. Pfarrer Helm kann sich nur schwer vorstellen, dass diese stattfinden – wenn schon die eher weniger besuchten Messen an Werktagen abgesagt werden. Wer gerne einer Messe folgen möchte, kann das über die Medien tun. Ab Sonntag, 22. März, wird es einen Livestream der Heiligen Messe im Regensburger Dom geben. Außerdem können Messen in Fernsehen und Radio verfolgt werden. Beispielsweise am Sonntag, 22. März, um 9.30 Uhr im ZDF.

Hier geht's zum Livestream der Heiligen Messe des Bistums Regensburg

Livestream auch in Bamberg

Sowohl das Bistum Eichstätt, dem die Gemeinde Ursensollen angehört, als auch das Erzbistum Bamberg, zu dem Auerbach gehört, sagen ab sofort alle Gottesdienste ab. Auch dort bleiben die Kirchen weiterhin für Gebete geöffnet. Das Erzbistum Bamberg bietet ab Donnerstag einen täglichen Live-Stream mit Gottesdienstübertragung an.

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