04.03.2020 - 18:05 Uhr
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Coronavirus: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was sollten Menschen tun, die fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben? Was sind die Symptome einer Erkrankung an Covid-19? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine Krankenschwester steckt eine Probe mit einem Nasenabstrich eines Patienten, der auf das neuartige Coronavirus getestet wird, in einen Behälter.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Alle sprechen über das neuartige Coronavirus. Aber was ist zu tun, wenn man Symptome aufweist, die auf eine Ansteckung hinweisen. Und: Wie kann man sich und seine Mitmenschen schützen? Wir haben die wichtigsten Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und der Weltgesundheitsorganisation zusammengefasst.

Was ist das neuartige Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus gehört zur selben Gruppe von Coronaviren wie auch die Atemwegserkrankungen Sars und Mers, die in den Jahren 2002 beziehungsweise 2012 das erste Mal aufgetreten sind. Der offizielle Name des neuartigen Coronavirus lautet SARS-CoV-2. Es löst die Atemwegserkrankung Covid-19 aus. Es wird vermutet, dass der Vorläufer des Coronavirus von Wildtieren stammt. Auch gehen die Experten davon aus, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember in Wuhan in China mit dem Coronavirus infiziert haben.

Was sind typische Krankheitsanzeichen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Nach aktuellem Stand leiden betroffene Personen an trockenem Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Der Großteil der Erkrankungen verläuft mild. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben 80 Prozent der an Covid-19 erkrankten Menschen nur leichte Krankheitssymptome. Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben laut Weltgesundheitsorganisation Personen, die über 60 Jahre alt sind und/oder an Grunderkrankungen leiden. Schwere Krankheitssymptome sind zum Beispiel Atemprobleme und eine Lungenentzündung.

Was tun, wenn der Verdacht besteht, dass man sich angesteckt hat?

Man sollte auf keinen Fall einfach zu seinem Hausarzt oder in eine Klinik gehen. Es ist unabdingbar, beim Arzt oder beim Gesundheitsamt anzurufen. Bei Nachfragen kann man sich zudem rund um die Uhr unter der Telefonnummer 116117 an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Der Fahrdienst des Bereitschaftsdienstes übernimmt Hausbesuche rund um die Uhr und entnimmt bei Bedarf Proben und transportiert diese in nahe gelegene Labors. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit hat eine Hotline eingerichtet: 09131/6808 – 5101

Die Rufnummern der Oberpfälzer Landkreise:

Auch die Oberpfälzer Landkreise haben Telefonnummern geschaltet:

Landkreis Regensburg: 0941 4009 777, Mo.-Fr. 8 bis 16 Uhr

Landkreis Amberg-Sulzbach: 09131/6808-5101 (Landesamt für Gesundheit)

Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz: 09181 470-512

Landkreis Schwandorf: 09431 471-150

Landkreis Neustadt an der Waldnaab: 09131/6808 – 5101 (Landesamt für Gesundheit)

Landkreis Cham: 09971/78450

Landkreis Tirschenreuth: 09631/707676

Ist das neuartige Coronavirus tödlich?

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen für China abseits des Corona-Epizentrums Hubei von etwa 7 Toten auf 1000 Erkrankte aus. Das wäre eine Quote von 0,7 Prozent. Viele Experten vermuten jedoch, dass die exakte Zahl deutlich niedriger liegen könnte, da viele Infektionen aufgrund fehlender oder nur leichter Symptome komplett unerkannt geblieben sind. Zum Vergleich: Bei den jährlichen Influenzawellen schätzt man die Sterblichkeit auf 1 bis 2 Verstorbene pro 1000 Infizierte, also 0,1 bis 0,2 Prozent.

Wie lange dauert es bei einer Erkrankung durch das neue Coronavirus, bis man wieder gesund ist?

Das hängt von den Symptomen ab. Seit Ende Januar sind in Bayern über viele Personen am Coronavirus erkrankt. Die ersten von ihnen, die im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf stehen, wurden Ende Februar gesund aus den Krankenhäusern entlassen.

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen. Das kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen. Eine Übertragung ist aber auch indirekt über die Hände möglich, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen.

Besteht die Gefahr einer Ansteckung über Oberflächen oder importierte Gegenstände?

Das Coronavirus wird über infektziöse Flüssigkeiten übertragen. Gelangen diese von einem Gegenstand oder einer Oberfläche an die Hände und dann in das Gesicht, ist eine Ansteckung möglich. Es muss sich dabei aber um Gegenstände oder Oberflächen aus dem direkten Umfeld eines Erkrankten handeln. Eine Ansteckung über importierte Waren oder Postsendungen erscheint daher unwahrscheinlich.

Wie kann man sich und andere schützen?

Wie bei allen anderen Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel der Grippe gilt:

  • Niesen und Husten Sie nicht in Hände sondern in Armbeuge
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände
  • Fassen sie sich möglichst wenig ins Gesicht
  • Halten Sie zu Erkrankten 1 bis 2 Meter Abstand

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll?

Wenn sich eine erkrankte Person in der Öffentlichkeit bewegen muss, kann ein Mund-Nasen-Schutz sinnvol sein. So wird das Risiko geringer, dass der Erkankte weitere Personen ansteckt.

Wie kann man eine Grippe von einer Infektion mit dem neuen Coronavirus unterscheiden?

Die Symptome sind sehr ähnlich. Es lässt sich ohne eine genauere Untersuchung kaum sagen, ob es sich nun um eine Grippe oder eine Infektion mit dem Coronavirus handelt. Um eine Ausbreitung des Virus zu einzuschränken, ist es deswegen wichtig, bei Verdachtsfällen frühzeitig einen Arzt zu kontaktieren.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht?

Bisher geht man davon aus, dass es bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitsanzeichen auftreten.

Was ist zu tun, wenn man sich an einem Ort aufgehalten hat, der unter Quarantäne gestellt wurde?

Zuerst einmal gilt: Eine Quarantäne muss kein Anzeichen sein, dass es in diesem Gebiet bestätigte Fälle von Covid-19 gegeben hat. Oft handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die nach Ausschluss eines Verdachts wieder aufgehoben wird. Deswegen gilt: Informieren Sie sich zuerst über die genauen Gründe der Quarantäne.

Ist eine möglicherweise erkrankte Person zum Beispiel vor Kurzem in das Gebiet gereist, als Sie bereits wieder weg waren, ist das kein Grund zur Sorge. Gleiches gilt, wenn Ihre Reise länger als 14 Tage zurückliegt. Sollte es aber Anzeichen für eine mögliche Ansteckung geben: Wenden Sie sich an das Gesundheitsamt oder einen Arzt. Wichtig ist: Melden Sie sich telefonisch beim Arzt an, bevor Sie in die Praxis gehen.

Was sollen Personen tun, die mit Jemanden Kontakt hatten, der nachweislich am Coronavirus erkrankt ist?

Personen, die mit einem an Covid-19-Erkankten Kontakt hatten, sollen sich unverzüglich beim zuständigen Gesundheitsamt melden. Das Gesundheitsamt legt dann das konkrete Vorgehen fest. Im Regelfall ist das häusliche Quarantäne. In diesem Zusammenhang wird empfohlen, Abstand zu anderen Personen zu halten. Auch Gegenstände wie Geschirr oder Wäsche sollten in dieser Zeit nicht gemeinsam genutzt werden, ohne sie vorher zu waschen. Auch wichtig ist regelmäßiges Lüften der Wohn- und Schlafräume.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für das neuartige Coronavirus?

Eine spezifische Therapie für dieses Coronavirus gibt es bisher nicht. Die Behandlung erfolgt je nach den entsprechenden Symptomen. Es gibt auch keinen Impfstoff. Nach ersten Informationen wird zwar an einem Impfstoff geforscht. Wann dieser zum Einsatz kommen kann, ist aber nicht absehbar.

Info:

Bereitschaftsdienst rund um die Uhr

Die Nummer des Bereitschaftsdiensts 116117 ist für Bürger mit Symptomen, die auf das neuartige Coronavirus hindeuten, rund um die Uhr erreichbar. Der Fahrdienst des Bereitschaftsdienstes übernimmt Hausbesuche rund um die Uhr (das heißt 24/7) und entnimmt bei Bedarf Proben  und transportiert diese in nahegelegene Labors.

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