13.03.2020 - 09:56 Uhr
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Coronavirus: Ab 16. März bleiben alle Schulen in Bayern geschlossen

Ab kommender Woche müssen alle Schulen und Kindergärten bis zum Beginn der Osterferien schließen. Das verkündeten Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo bei einer Pressekonferenz. Betroffen sind alle Schularten.

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von Agentur DPAProfil

Wegen der Coronavirus-Krise schließt Bayern ab Montag alle Schulen. Bis zum Beginn der Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Damit sind in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen.

Allerdings erklärte Söder auch, dass eine solche Entscheidung viele Folgefragen aufwerfe, die beantwortet werden müssten. Dazu gehört in Anbetracht der Infektionslage auch der Umgang mit Pflegeheimen. Über genau diese Fragen hatten die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag bei ihrer Konferenz in Berlin keine Einigkeit erzielen können. Einige Länderchefs waren dem Vernehmen nach nicht von Schulschließungen zu überzeugen.

Trotz der Schulschließungen wegen der Corona-Krise sollen Bayerns Schüler bei Abschlussprüfungen keine Nachteile haben. "Wir werden faire Bedingungen sicherstellen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München. "Wir werden sicherstellen, dass es für die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile gibt." Das gilt Piazolo zufolge für alle Arten von Abschlussprüfungen. Wichtig seien auch die Fragen der gegenseitigen Anerkennung der Abschlüsse unter den Ländern. "Auch da werden wir uns unterstützen durch die Bundesländer", sagte der Minister.

Piazolo sagte, während dieser Zeit gebe es viele Wege für das Lernen zu Hause: Die Schulen könnten da einiges nutzen, unter anderem via E-Mail und virtuelle Klassenräume. Das bayerische Kultusministerium prüft indes den verstärkten Einsatz digitaler Medien, um Kinder auch zuhause unterrichten zu können. Es "können und sollen digitale Werkzeuge herangezogen werden, um ortsunabhängig kommunizieren, lernen und arbeiten zu können." In einem Schreiben hat das Ministerium die Schulleiter und Schulleiterinnen daher gebeten, "zu prüfen, welche digitalen Möglichkeiten an Ihrer Schule zur Verfügung stehen". Zum einen könnten Angebote des Dienstes "mebis" des Landesmedienzentrums Bayern verstärkt zum Einsatz kommen. "Diese eignen sich, um mit Schülerinnen und Schülern in einem virtuellen Klassenzimmer in Kontakt zu treten, Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, Lernaufgaben zu erledigen und auszutauschen und Schülerinnen und Schülern Feedback zu geben." Doch die Schulen könnten auch alternative digitale Angebote nutzen, wie beispielsweise cloudgestützte Office-Produkte, ggf. mit Videokonferenzsystem oder datenschutzfreundliche Messenger-Dienste wie zum Beispiel Threema oder Signal.

Als Folge der Coronavirus-Krise tritt in Bayern ein Notfallplan für die Betreuung bestimmter Kinder in Kraft. "Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischem Berufen tätig sind", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Um die Kinderbetreuung in Bayern während der Kita-Schließungen wegen der Corona-Epidemie zu gewährleisten, appelliert die Staatsregierung an die Arbeitgeber. Arbeitszeiten sollten flexibel gestaltet werden, sagte Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) am Freitag in München. Wo es möglich ist, solle im Homeoffice gearbeitet werden. Wenn dies nicht möglich ist, solle zunächst Urlaub in Betracht gezogen werden, sagte die Ministerin. Der Bund müsse prüfen, welche Regelungen hierzu möglich sind.

Auch wenn Kinder weniger häufig am neuartigen Coronavirus erkranken, übertragen sie es doch, sagte Trautner. Daher habe man das Betretungsverbot für Kindertageseinrichtungen erlassen. Im Freistaat gibt es nach ihren Angaben rund 9800 Kitas mit 570 000 Kindern.

Es soll Notgruppen für Kinder geben. Das gelte für Familien, bei denen die einzig verfügbare Betreuungsperson etwa in medizinischen Bereichen oder bei Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk arbeitet. Wenn nur einer von beiden Elternteilen dort tätig ist, solle der andere die Betreuung der Kinder übernehmen, sagte Trautner. "Nutzen Sie diese Notgruppen wirklich nur, wenn die Betreuung Ihrer Kinder wirklich nicht anders sichergestellt werden kann." Das sei auch zum eigenen Schutz. Entsprechende Empfehlungen seien ins Englische, Französische und Italienische übersetzt worden.

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