13.03.2020 - 16:02 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Coronavirus: Schüler im Home-Office

Schüler im Landkreis Tirschenreuth müssen ab Montag von zu Hause aus lernen. Da die Schulen geschlossen bleiben, werden sie über Online-Plattformen Aufgaben erledigen. Eine neue Herausforderung für Lehrer, Eltern und Kinder.

Oberstufenbetreuer Wolfram Strehl vom Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth wird ab Montag seinen Schülern Materialien über die Online-Plattform "Mebis" bereitstellen.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

In Bayern sind ab Montag alle Schulen geschlossen. Erst nach den Osterferien werden Schüler voraussichtlich wieder normal am Unterricht teilnehmen können. Am Freitagmorgen wartet Schulamtsdirektor Rudolf Kunz auf Informationen von der Regierung der Oberpfalz. Beim Schulamt laufen die Telefonleitungen heiß. Gerade Eltern wollen wissen, wie es weitergeht.

Coronavirus: Ab 16. März bleiben alle Schulen in Bayern geschlossen

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Austausch über "Mebis"

Kunz betont: "Lehrer haben weiter Dienstpflicht." Betreut werden nur Kinder, die in den Klassen 1 bis 6 sind. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass beide Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Darunter zählen beispielsweise Menschen, die im medizinischen und pflegerischen Bereich tätig sind, wie Krankenschwestern oder Ärzte. Ebenfalls gehören dazu Personen, die für Sicherheit und Ordnung zuständig sind, etwa Polizisten. Zudem gilt eine Ausnahmeregelung für Alleinerziehende. Alle anderen Eltern müssen sich selbst um die Betreuung kümmern.

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Zwar haben die Kinder schulfrei, aber es sind noch keine Ferien. Schulleiter German Helgert von der Realschule am Tor zur Oberpfalz in Kemnath hat seine Schüler in den vergangenen Tagen auf diese Situation vorbereitet. "Alle haben von uns Daten und Accounts für die Lernplattform 'Mebis' bekommen." Auf diese Weise können Lehrer ihre Schüler online mit Materialien versorgen. "Im Fach Deutsch werden zum Beispiel Texte und Aufgaben hochgeladen, die Schüler dann eigenständig bearbeiten müssen." Zudem gibt es über "Mebis" Austauschmöglichkeiten für Lehrer und Schüler. "Lehrer sind für Fragen auch über E-Mail erreichbar."

Info:

Auch Berufsschule Wiesau ab Montag dicht

Das Berufliche Schulzentrum in Wiesau folgt der Anordnung des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, dass ab Montag, 16. März 2020 alle Schulen in Bayern bis einschließlich der Osterferien zu schließen sind. Zudem ordnet die Berufsschulleitung an, dass alle Schüler aus dem dualen Bereich die ausgefallenen Schultage im Ausbildungsbetrieb verbringen müssen.

Alle in diesem Zeitraum anfallenden Veranstaltungen (zum Beispiel überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen, Kurse und Prüfungen) wurden am Beruflichen Schulzentrum Wiesau im Zusammenhang mit dem Coronavirus abgesagt. Nach Angaben der Schulleitung werden die Betroffenen über die Homepage (www.bs-wiesau.de) auf dem Laufenden gehalten. Bei Fragen bezüglich der Kammerprüfungen verweist die Schule auf die Webseiten der Kammern.

Eltern und Schüler wurden über Facebook, die Schulhomepage und das Programm "Esis" informiert. Ob alle Schüler eigenständig ihre Aufgaben zu Hause erledigen werden? "Schüler werden das sicher verschieden nutzen. Aber hier sind Schüler und Eltern gefordert." Helgert gibt ebenfalls zu Bedenken, dass die schulfreie Zeit auch wieder enden wird. "Dann versuchen wir natürlich diese Ausnahmesituation so gut wie möglich zu kompensieren."

Der Schulleiter vertraut darauf, dass die Betreuung der Kinder im Rahmen der Selbstorganisation der Eltern möglich ist. "Uns sind ab Montag die Hände gebunden."

Prüfungen und Test werden verschoben. Die 10. Klassen werden mit Materialien versorgt, damit sie für die Abschlussprüfungen gewappnet sind. Helgert beruft sich auf die Aussage von Ministerpräsident Markus Söder, der am Freitag erklärte, dass Schüler keine Nachteile bei anstehenden Prüfungen zu befürchten hätten. Der Schulleiter sieht die Lage pragmatisch: "Wir müssen jetzt das Beste daraus machen. Wichtig ist, dass Eltern und Kinder gesund bleiben. Alles andere kommt an zweiter Stelle."

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Keine Ferien

Am Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth wurden Eltern und Schüler ebenfalls über die Homepage informiert. "Wir haben heute eine Durchsage gemacht, dass alle Schüler Bücher und Materialien mit nach Hause nehmen dürfen", sagt Schulleiter Albert Bauer. Die Lehrer werden sich am Montag treffen, um die Situation zu besprechen. Auch das Gymnasium greift auf digitale Kanäle zurück, damit Schüler weiter lernen können. "'Mebis' wird eine große Rolle spielen. Wir hoffen, dass vom Kultusministerium die Rechnerkapazitäten erhöht werden." Das Gymnasium beteiligte sich bereits am Projekt "lernreich 2.0". "Hier konnten Lehrkräfte bereits Erfahrungen mit der Online-Plattform sammeln." Die Abiturprüfungen sieht Bauer bislang nicht gefährdet. "Die Lehrkräfte haben bestätigt, dass nicht mehr viel Stoff zur Vorbereitung aussteht." Schüler könnten daher auch zu Hause mit entsprechenden Materialien arbeiten und lernen.

Info:

Was ist "Mebis"?

„Mebis“ wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus zur Förderung des Einsatzes von digitalen Medien im Unterricht etabliert. Über die Plattform können Lehrer den Unterricht digital gestalten. Die Webseite soll eine sichere Online-Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler sein und ermöglicht den Einsatz einer Vielzahl an Materialien und Aktivitäten. (Quelle: www.mebis.bayern.de)

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