31.07.2020 - 08:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Kirwa-Naschereien an der Marienstraße

Schokofrüchte, Crêpes, Mandeln, Spielsachen: Wer in den kommenden Tagen an der Amberger Marienstraße entlang läuft, könnte denken, er ist auf einer Kirwa gelandet. Doch der Hintergrund ist ernst, warum die Schausteller hier Süßes verkaufen.

Maximilian (5) und Lina (7) dürfen sich an der Bude in der Marienstraße in Amberg etwas aussuchen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Maximilian (5) und Lina (7) entdecken sie gleich: Die Schaumzucker-Mäuse und anderen Süßigkeiten, die entlang der Amberger Marienstraße in den Buden-Auslagen liegen. Von ihren Mamas gibt es eine Runde Naschereien am Donnerstagnachmittag spendiert. Und es geht noch weiter: süße Crêpes, Zuckerwatte, kunterbunte Spielsachen, gebrannte Mandeln. Wer am Parkdeck vorbeikommt, könnte denken, er sei auf einer Kirwa gelandet.

Denn Markus Schielp und seine Schaustellerkollegen nutzen eine Sondergenehmigung der Stadt, um hier ihre Waren anzubieten. Eine Frau hinter dem Tresen taucht Früchte in Schokolade, ein Mann zupft Spielsachen in der Auslage zurecht. "Es gibt alles, was es auf einer Dult oder Kirwa auch gibt", erklärt Schielp. Die Testphase läuft rund vier Wochen. Von 14 bis etwa 18 Uhr bieten die Schausteller ihre Ware an. "Wie in einem Laden. Das haben wir noch nie gemacht."

Die Schaustellerbranche muss während der Coronapandemie neue Wege gehen. "Der Christkindlesmarkt in Nürnberg war unsere letzte Einnahmequelle", erklärt Schielp. "Ausgefallene Stadtfeste, Kirchweihen, Dult: Das hat uns dieses Jahr als Familienbetrieb ganz schön erwischt." Also müsse man überlegen und kämpfen, wie und dass es überhaupt weitergehe. "Außerdem sind wir froh, dass wir von Zuhause auch mal rauskommen."

Natürlich hoffen die Schausteller, dass ein bisschen was geht. "Sonst sieht es richtig schlecht aus. Denn wir wissen ja nicht, wie es im Winter weitergeht." Für die kommende Woche wollen sich die Schausteller etwas Besonderes für Kinder einfallen lassen. Sie stehen in Verhandlungen mit der Stadt, auf der dahinterliegenden Wiese ein Openair-Kasperltheater aufzuführen. Denn die Puppen mussten die Schausteller bisher auch in den Kisten lassen.

Schausteller bangen wegen der Coronakrise um ihre Existenz

Sulzbach-Rosenberg
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