10.10.2018 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

K&L-Ruppert in Schieflage

Der Modekonzern K&L-Ruppert soll restrukturiert werden. Alle Filialen kommen auf den Prüfstand, auch die in Amberg.

Die Zukunft des Modekonzerns K&L-Ruppert ist derzeit unklar.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Kunden, die sich Hemden zeigen lassen, zugezogene Umkleidekabinen und eine freundliche Mitarbeiterin beim Sortieren der Ware: Bei K&L-Ruppert in Amberg hat die Nachricht von der finanziellen Schieflage des Unternehmens am Mittwochmittag keine Bestürzung ausgelöst. "Wir sind zuversichtlich, dass es weitergeht", sagt die Verkäuferin.

Sie verweist darauf, dass auch andere Modeunternehmen ein Schutzschirmverfahren durchlaufen haben und gestärkt aus diesem herausgegangen seien. Wöhrl nennt sie als Beispiel und Escada. "Wir glauben, dass das vor allem eine Chance ist." 17 Mitarbeiter sind am Standort Amberg beschäftigt. Mit der Niederlassung in der Georgenstraße 1 bis 3 und Verkaufsflächen auf drei Etagen gehört K&L-Ruppert zu den großen Vertretern der Textilbranche in der Stadt.

Wichtig ist für den Amberger Standort zunächst die Zusicherung, dass die Geschäfte in allen 57 Standorten des Modekonzerns für die Dauer des Schutzschirmverfahrens weiterlaufen sollen. Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 1200 Mitarbeiter seien zumindest bis zum Jahresende gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung, die das Unternehmen mit Stammsitz in Weilheim (Oberbayern) am Mittwoch veröffentlicht hat.

Möglicherweise hat auch das anhaltende Sommerwetter den Konzern an den Rand des Ruins getrieben. In den ersten acht Monaten des Jahres seien noch planmäßige Zahlen erwirtschaftet worden. "Der September war aber im Gesamtmarkt eine Katastrophe, die dazu geführt hat, dass die bisherige positive Entwicklung und bisherige Plan-Erreichung auf den Kopf gestellt wurden", wird Finanzvorstand Jens Bächle zitiert. Erklärtes Ziel sei es bei allen weiteren Schritten, "zu nachhaltiger Profitabilität" zurückzukehren.

Jetzt soll ein Sanierungsplan erarbeitet werden, bei dem auch die Filialen auf den Prüfstand kommen. Standorte, die kein langfristiges Wachstums- und Ertragspotenzial erwarten lassen, sollen "zeitnah geschlossen werden", heißt es in der Pressemitteilung aus Weilheim auch. K&L Ruppert unterhält im Umkreis Bekleidungshäuser in Bayreuth, Neumarkt, Regensburg und Weiden.

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