22.10.2019 - 15:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Klaus Ebenburger feiert 70. Geburtstag

Ruhiger ist Klaus Ebenburger nicht geworden, selbst wenn er am 23. Oktober seinen 70. Geburtstag feiert. "Aber die Kommunalpolitik ist ruhiger geworden", sagt der langjährige Stadtrat. In ihm schlummere schon noch die alte Streitlust.

Seine 70 Lebensjahre hindern Dr. Klaus Ebenburger nicht daran, Kommunalpolitik weiterhin mit Leidenschaft zu betreiben.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Mediziner verrät auch sein Motto in solchen Lebenslagen: "Wenn die Sache einen Streit erfordert, dann streite ich mich durchaus gerne. Aber ich bin kein Streithammel, mir geht es immer um die Sache." Wenn Ebenburger in den vergangenen Jahren im Stadtrat weniger kräftig vom Leder gezogen hat als früher, dann hat das einen anderen Grund: An der Stelle von Wolfgang Dandorfer, früher das bevorzugte Ziel von Ebenburgers Attacken, führt heute OB Michael Cerny die Stadt. "Und er hat einen anderen Stil, sucht den Ausgleich, ist höflich, geht auf den Einzelnen zu."

Über Dandorfer kommt seinem langjährigen Gegenspieler immer noch kein freundliches Wort über die Lippen. Doch sein neuer Lieblingsfeind scheint Hubert Aiwanger zu sein, der Landesvorsitzende der Freien Wähler. Für Ebenburger ist er ein "Mann ohne Überzeugungen" und nur noch ein "Wurmfortsatz von Markus Söder".

Das ist bemerkenswert, weil Ebenburger und Aiwanger eine gemeinsame politische Vergangenheit haben: Der Neu-70er saß von 1996 bis 2015 für die Freien Wähler im Stadtrat, war deren führender Kopf in Amberg, dreimal sogar OB-Kandidat, ließ sich auch für den Landtag aufstellen. Dann reichte es ihm, er wechselte 2015 zu den Grünen.

Die Amberger Freien Wähler seien unter seiner Führung schon immer grün angehaucht gewesen, sagt er heute dazu. "Aber insgesamt ist die Partei dann dunkelgrau geworden", habe den Schulterschluss mit der CSU gesucht. Irgendwann habe ihm das gereicht. In seiner neuen politischen Heimat fühlt er sich gut aufgehoben. Authentisch seien die Verantwortlichen hier ("genau wie ich") und "keine Typen, die sich an einen großen Bruder ranschmeißen".

Für die Stadtratswahl im März gehe er davon aus, dass die Amberger Grünen die Anzahl ihrer Sitze von vier auf fünf steigern können. Auf mehr zu spekulieren, wäre angesichts der neu antretenden Gruppierungen wohl etwas zu kühn, findet Ebenburger. Auf Landesebene wäre es aber sein Wunsch, dass es in Bayern mal zu einer grün-schwarzen Koalition kommt – in genau dieser Reihenfolge (also Gewichtung).

Ebenso wenig wie in der Politik denkt der Allgemeinarzt beruflich ans Aufhören: "Ich fühle mich sehr viel jünger als 70, bin total gesund und fit, es macht mir Spaß, ich habe sehr angenehme Patienten." Erst vor zwei Jahren habe er die Praxis komplett renoviert.

Im Privatleben mag es Ebenburger gerne mal abenteuerlich. Er erzählt vergnügt von seinen Zeiten als Segellehrer im Mittelmeer oder von einem Segeltörn in der Nordsee, bei dem er in einen schweren Sturm geriet und mit seiner Crew auf einer Sandbank landete. "Ein holländischer Seenotkreuzer hat uns schließlich gerettet." Noch ernster wurde es, als er im Bürgerkrieg im afrikanischen Ruanda Leiter einer medizinischen Einsatzgruppe von Ärzte ohne Grenzen war: "Da sind wir im Kongo in ein Scharmützel geraten, und die Geschosse sind nur so über uns hinweggepfiffen."

Privat wünscht sich Ebenburger zum 70., "dass meine drei Kinder, die Enkel und meine beiden Ex-Frauen gesund bleiben, dass alles passt". Seine "weit verbreitete Familie" lädt Ebenburger anlässlich des Geburtstages für ein paar Tage zum Skifahren ein. Daneben wird es noch eine kleine Feier mit seinen politischen Freunden geben. Am Jubeltag selbst ist er aber nicht im Lande: "Da fahre ich mit meiner Lebensgefährtin für einige Tage weg – auf eine Insel, wo die Sonne scheint."

Mehr zum Lebenslauf von Klaus Ebenburger im AZ-Artikel zu seinem 65. Geburtstag

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