22.09.2020 - 12:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Kleine Feier zum großen Weihetag von St. Michael vor 50 Jahren

Die Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie lassen es nicht zu, dass die Pfarrei St. Michael den 50. Weihetag ihrer Kirche, das 50-jährige Bestehen des Pfarrzentrums und das 55-Jährige der Pfarrei groß feiert.

Der Kirchturm von St. Michael ist freistehend und hat eine Höhe von 34 Metern. Seine Freistellung verleiht ihm den Titel des "Campanile".
von Adele SchützProfil

Die Feierlichkeiten zur 50. Kirchenweihe in der Pfarrei St. Michael begrenzen sich auf einen festlichen Kirchweihgottesdienst und ein anschließendes Mittagessen unter freiem Himmel am Sonntag, 28. September. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr. Dazu muss aber das Wetter mitspielen.

Schon 1958 zeigten die Stadtpfarrer von St. Martin, Pronadl und Treiber, Weitblick in Sachen Stadt- und Pfarreientwicklung, als sie den "Kirchenbauverein St. Sebastian" zur Finanzierung der späteren Pfarrkirche St. Michael gründeten.

Kleines Vermögen

In ihrem Aufruf zum Vereinsbeitritt an die Gläubigen der Stadt Amberg hieß es: "Im Sebastiansviertel entsteht ein neuer Stadtteil, in dem über kurz oder lang eine neue Kirche gebaut werden muss. Wir müssen uns zunächst einen geeigneten Bauplatz sichern, auf dem die Kirche stehen soll. Die Kirche ist geplant zwischen St. Sebastian und dem Reservelazarett. Schon der Bauplatz kostet ein kleines Vermögen, und der Kirchenbau selbst ein großes. Bitte helft alle mit, damit das große Werk gelingt!"

Mit dem Bau einer Werkshalle als Behelfskirche 1965 zeigte die junge Pfarrei St. Michael erstmals große öffentliche Präsenz. Deren Gründung und der Bau der Behelfskirche waren notwendig geworden, weil die Bewohnerzahl aufgrund der Attraktivität des neuen Stadtviertels auf dem Pfarrgebiet der Stadtpfarrei St. Martin rasant angewachsen war und die Sebastianskirche für die zahlreichen Gläubigen nicht mehr ausreichend Platz bot. Zudem zählte die Pfarrei St. Martin durch enormen Zuwachs an Gläubigen im D-Programm damals bereits 11 000 Mitglieder.

Der damalige Kaplan von St. Martin, Hans Hirtreiter, wurde am 1. September 1965 als Expositus für die Behelfskirche bestellt. Am 24. Oktober erfolgte dann die Einweihung dieser Notkirche durch Prälat Augustinus Küffner.

Gleichzeitig mit dem Bau der Behelfskirche fiel der Startschuss der Planungen für den Bau einer eigenen Kirche für das neue Stadtviertel. Expositus Hirtreiter rief im April 1966 dazu die "Aktion St. Michael" ins Leben, mit der die Bewohner der Wohnanlage St. Sebastian durch regelmäßige monatliche Spenden persönlich am Aufbau der neuen Kirche beteiligt wurden.

Am Tag der Mondlandung

Im Januar 1968 wurde ein Bauwettbewerb für das "Kirchenzentrum St. Michael in Amberg" ausgeschrieben. Architekt Baur aus Weiden entschied ihn für sich und übernahm dann die Planung des neuen Pfarrzentrums, die auf der klaren, sachlichen Architektur der Wohnanlage St. Sebastian basierte.

Am Tag der Mondlandung, am 21. Juli 1969, fiel der Startschuss für die Arbeiten zum 1. Bauabschnitt des Pfarrgemeindezentrums mit Kirche, Pfarrsaal, Jugendheim und Hausmeisterwohnung. Anfang November 1969 wurde der Grundstein der Kirche St. Michael gelegt, und noch im selben Monat konnte Richtfest für den Rohbau der Kirche und für das Pfarrgemeindezentrums gefeiert werden.

Selbstständige Pfarrei

Nach 14 Monaten Bauzeit weihte Bischof Rudolf Graber am Sonntag, 27. September 1970, die neue Kirche ein, Pfarrsaal und Jugendheim folgten am 4. Oktober 1970. Für die Gemeinde hatte der Tag der Einweihung noch eine besondere Bedeutung, denn damit wurde die Expositur St. Michael mit den Ortsteilen Gailoh und Martinshöhe zur selbstständigen Pfarrei erhoben.

Expositus Hans Hirtreiter wurde zum Pfarrer ernannt, er baute binnen drei Jahrzehnten eine blühende Gemeinde auf, bis er am 4. Februar 1995 verstarb. BGR Heinrich Wittmann fungierte als Pfarradministrator, bis im September 1995 Pfarrer Peter Nussbaum übernahm. Auf ihn folgte Pfarrer Hermann Berger im Oktober 2011. Seit 19. Oktober 2014 wirkt Pfarrer Alois Berzl in St. Michael als Priester und Seelsorger.

Mehr zur Pfarrei St. Michael

Amberg
In nur 14 Monaten Bauzeit wurde die Pfarrkirche St. Michael errichtet, die Bischof Rudolf Graber am 27. September 1970 einweihte.
Den Kirchenbau von St. Michael prägen seine Schmucklosigkeit und Modernität. Nach Überzeugung der damaligen Architekten wird mit diesem Baustil die Gegensätzlichkeit des Göttlichen zum Leben des modernen Menschen bestens zum Ausdruck gebracht.
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