27.08.2018 - 17:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Wie ein "kleiner Promi" gefühlt

Die Amberger Rollstuhlbasketballerin Svenja Mayer erzählt im Interview über ihren Bronze-Erfolg bei Weltmeisterschaft in Hamburg.

Die 27-jährige Ambergerin Svenja Mayer freut sich über den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der Rollstuhlbasketballerinnen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Eine Bronze-Medaille in der letzten Sekunde: Die deutsche Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketballerinnen hat am Samstag den dritten Platz bei den Weltmeisterschaften in Hamburg feiern dürfen. Eine der Spielerinnen ist die Ambergerin Svenja Mayer.

Die 27-Jährige genießt derzeit den Sieg noch im hohen Norden mit einem Musicalbesuch, ehe sie an diesem Mittwoch für eine Stippvisite in wieder der alten Heimat ist.

ONETZ: Frau Mayer, ist mit dem dritten Platz bei der WM ein Traum für Sie in Erfüllung gegangen?

Svenja Mayer: Für mich persönlich: ja. Ich war froh, nach dem verloren gegangenen Halbfinale gegen Großbritannien überhaupt eine Medaillenchance zu haben. Lieber gewinne ich Bronze, als dass ich Gold verliere. Viele meiner Mitspielerinnen sind seit Jahren etwas verwöhnt: Sie haben Silber in Rio und Gold in London geholt. Zunächst waren sie enttäuscht. Aber weil das Spiel um Platz drei so spannend war und wir so knapp mit 44:43 gewonnen hatten, lagen wir uns danach vor Freude in den Armen und weinten.

ONETZ: Hinter Ihnen liegt die größte Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft aller Zeiten: Wie intensiv haben Sie diese Dimensionen wahrgenommen?

Mayer: Die Zuschauerreihen in der Halle waren immer voll. Es sind so viele Eindrücke. Ständig ist das Fernsehen um dich herum, da fühlst du dich fast wie ein kleiner Promi. Man muss das erst einmal verarbeiten und sich schnell wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

ONETZ: Welche Auswirkungen könnte diese Veranstaltung für den Behindertensport haben?

Mayer: Basketball ist die attraktivste Sportart im Behindertensport. Es passiert einfach mehr als zum Beispiel beim herkömmlichen Fußball. Interessant ist es auch, weil wir den Sport inklusiv betreiben. Es können auch Nichtbehinderte mitmachen. Unter den Zuschauern waren auch viele, die ansonsten nichts mit dem Sport am Hut haben. Ich hoffe, dass wir mehr zum regelmäßigen Mitfiebern gewinnen konnten.

ONETZ: Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Mayer: Am 30. September beginnt die Saison. Bis dahin ist nicht viel Zeit, ich will sie trotzdem noch genießen. Am Mittwoch komme ich für einige Tage nach Amberg, danach fahre ich mit Freunden an den Gardasee.

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