25.10.2019 - 17:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Klima schützen bringt in Amberg Extra-Geld

Klimaschutz soll sich in der Stadt Amberg künftig auch finanziell lohnen. Aus diesem Grund verabschiedet der Umweltausschuss gleich ein ganzes Paket an Zuschüssen für umweltbewusste Bürger.

Wer sich in der Stadt Amberg ein Lastenfahrrad zulegt, kann mit einem städtischen Zuschuss rechnen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Im Prinzip geht es bei diesem städtischen Programm darum, dass die Amberger ihre Klimakiller daheim gegen umweltfreundliche Alternativen austauschen. Wer beispielsweise seinen alten Kühlschrank ausrangiert und durch ein Gerät der Effizienzklasse A+++ ersetzt, bekommt einen Zuschuss von 50 Euro. Gleiches gilt für eine Wasch- oder Spülmaschine. 50 Euro gibt es auch bei Ersatz einer alten Heizungs- durch eine Hocheffizienzpumpe.

20 Prozent auf KfW-Zuschuss

Weiter stockt die Stadt Amberg bei einer Teil- oder Komplettsanierung eines Hauses den von der KfW gewährten Zuschuss noch einmal um 20 Prozent auf. Wer von seinem Wohngebäude (bis sechs Wohneinheiten) eine Gebäudethermographie, also eine Wärmeaufnahme, von den Stadtwerken anfertigen lässt, bekommt davon 80 Prozent der Kosten ersetzt. 20 Prozent Zuschuss gewährt die Stadt Amberg - vorausgesetzt der Stadtrat stimmt am 4. November für das Komplettpaket - bei Ersatz eines fossil betriebenen Pkw durch Pedelec, E-Motorrad oder E-Roller. Wird das Auto nicht ersetzt, dem winkt ein Gutschein für das E-Carsharing des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit oder ein ÖPNV-Jahresticket im Stadtgebiet.

An dieser Stelle "dockte" im Ausschuss Uli Hübner (SPD) an, der das Maßnahmenpaket gerne noch um einen Zuschuss für die Anschaffung eine Elektroautos erweitert sehen würde - so mache es beispielsweise die Stadt Regensburg. Hübner fand sich mit dieser Position aber ziemlich allein auf weiter Flur, da die Mehrheit der Mitglieder der Meinung war, jetzt erst einmal dieses Programm auf den Weg zu bringen und dessen Erfolg abzuwarten, bevor man an eine Ausweitung denkt. Und es spielte durchaus ein anderer Aspekt eine Rolle, den der Grüne Hans-Jürgen Bumes Ausdruck in die Diskussion warf: "Mir wäre ein funktionierender ÖPNV oder ein Radweg lieber als ein E-Auto", sagte er und begründete: "Es kann nicht unser Ziel sein, als Kommune den Individualverkehr zu fördern."

Bumes seinerseits hätte gerne die Begrünung innerstädtischer Fassaden gefördert, die Entsiegelung von Boden oder das Anlegen von Hochbeeten in der Altstadt. Wobei er damit wohl haarscharf am eigentlichen Ziel des Maßnahmenpakets vorbeischrammte, wie Umweltreferent Bernhard Mitko sagte. Denn Absicht und Vorgabe sei es eher gewesen, in Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts Maßnahmen zu finden, die sich konkret in ihrer CO2-Einsparung erfassen lassen. Das Thema Fassadenbegrünung sei zwar an sich nicht schlecht, wirke sich aber wohl eher positiv auf das Stadtklima aus. So wie alternative Bepflanzungen gut für die Insektenvielfalt wären. Seiner Ansicht nach, so Mitko, sollten solche Dinge daher in ein eigenes Programm gepackt werden.

Radlkauf kann sich lohnen

Bleiben noch die weiteren Maßnahmen, die im schließlich einstimmig verabschiedeten Klimapaket enthalten sind. Beispielsweise der Radlerbonus mit 20 Prozent Zuschuss bei Kauf eines Lastenrades, Lastenpedelecs oder eines Fahrradanhängers. Rund 400 Maßnahmen, so hat es der Umweltreferent ausgerechnet, können über dieses Programm mit einem Kostenaufwand von rund 53 000 Euro abgewickelt werden. Die errechnete Einsparung an CO2 beträgt demnach 293 Tonnen pro Jahr. Größter Einzelposten dabei ist die KfW-Aufstockung mit einer Einsparung von rund 70 Tonnen bei einer geschätzten Investition von rund 12 000 Euro.

So sieht die Grobkalkulation für die Klimaprämie aus, die der Umweltausschuss jetzt vorentschieden hat. Stimmt der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung ebenfalls zu, kann das Konzept umgesetzt werden.
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