30.03.2020 - 18:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Klinikum St. Marien Amberg richtet Sichtungsstelle ein

Das Amberger Klinikum St. Marien richtet eine Coronavirus-Sichtungsstelle vor der Notaufnahme ein. Am Montag wurden die Container aufgestellt. Sollte nichts mehr dazwischen kommen, kann der Betrieb am Dienstagnachmittag aufgenommen werden.

Mehrere Container wurden für die Sichtungsstelle vor der Zentralen Notaufnahme aufgebaut.
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In einer Presse-Info erklärt Klinikumsvorstand Manfred Wendl das genaue Prozedere: "Alle gehfähigen Patienten werden dort in einem ersten Schritt zunächst auf Covid-19-Verdacht abgeklärt." Wer ohne diesen Befund ist, wird wie bisher in der Notaufnahme weiterbehandelt. Bei wem sich der Verdacht erhärtet oder bestätigt, wird in einem weiteren Container untersucht. Wendl: "Danach wird entschieden, ob der Patient stationär aufgenommen werden muss." Mit der Sichtungsstelle soll der Betrieb der Notaufnahme entzerrt und die Prävention erhöht werden. Besetzt sind die Container Tag und Nacht.

Auf eine Feststellung legt Wendl aber noch Wert: "Wir führen hier keine routinemäßigen, ambulanten Abstriche durch." Wie bereits berichtet, müssen alle ambulanten Patienten und Besucher seit vergangenem Freitag am Haupteingang außerdem eine Eigenerklärung zur Risikoeinschätzung ausfüllen. Diese Stelle ist von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten müssen alle zur Sichtungsstelle gehen.

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Derzeit befinden sich laut Wendl neun bestätigte Covid-19-Patienten sowie 41 Verdachtsfälle im Klinikum: "Leider haben wir auch bei unseren Mitarbeitern erste positiv bestätigte Fälle. Wir folgen hier den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts." Die Betroffenen seien solange in häuslicher Quarantäne, bis keine Infektion mehr nachweisbar ist. Trotz der gestiegenen Zahlen gibt der Klinikumsvorstand vorsichtig Entwarnung: "Wir haben die Situation im Griff und sind gut vorbereitet. Wir haben zwei Stationen und erhöhte Kapazitäten in den Intensivstationen mit Überwachungs- und Beatmungsmöglichkeit für Covid-19-Patienten." Waren es vorher 25 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für Erwachsene, sind die Kapazitäten mittlerweile auf 33 Betten mit Geräten angestiegen. Darüber hinaus sei eine Aufstockung auf bis zu 45 Intensivbetten mit Beatmung möglich. Die Anträge für die Zuteilung weiterer Geräte seien bereits gestellt. In der Pressemitteilung wird der Klinikumsvorstand auch mit diesen Worten zitiert: "Auch wenn wir Stationen für Covid-19-Patienten freihalten, wollen wir noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen: Die Versorgung für Patienten mit akuten Beschwerden oder Verletzungen läuft nach wie vor im Normalbetrieb weiter."

Es sei weiterhin wichtig, "dass Patienten akute Beschwerden zeitnah abklären lassen, um notwendige Behandlungen zum Beispiel bei Herzinfarkten und Schlaganfällen sofort einleiten zu können". Dafür stehe die Notaufnahme neben den niedergelassenen Ärzten wie bisher uneingeschränkt zur Verfügung.

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