28.11.2019 - 12:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Kopfstoß gegen Rettungssanitäter

Ein verletzter Rettungssanitäter und zwei verletzte Polizeibeamte sind das Ergebnis eines Einsatzes, der recht harmlos beginnt. Doch dann dreht ein Beteiligter durch.

Symbolbild.
von Markus Müller Kontakt Profil

Achim Kuchenbecker, der Pressesprecher der Polizei-Inspektion Amberg, verortet das Geschehen im südlichen Landkreis Amberg-Sulzbach und stellt seinen Pressebericht dazu unter das Motto "Wenn Helfer zu Opfern werden!".

Es begann damit, dass am Mittwochmorgen eine Frau per Gerichtsbeschluss in ein Krankenhaus gebracht werden sollte. "Die anordnende Behörde bat die Polizei im Vorfeld standardisiert um Amtshilfe", schreibt Kuchenbecker. Der Transport sollte mit einem Krankentransportwagen in Begleitung der Polizei erfolgen. Die betroffene Frau habe sich einsichtig und sehr kooperativ gezeigt. Ihrem 32-jährigen Mitbewohner allerdings, der in ihrer Abwesenheit die Wohnung verlassen sollte, habe die Situation überhaupt nicht gefallen. "Auch nach mehrfacher Aufforderung der Wohnungseigentümerin wollte er nicht gehen und redete sich in Rage", schildert der Polizeibericht den Vorfall. Die Polizeibeamten hätten dem Mann daraufhin einen Platzverweis ausgesprochen, auf den er nicht reagiert habe. Kuchenbecker weiter: "Er wurde zunehmend aggressiver, und als ein 36-jähriger Rettungssanitäter beruhigend mit ihm reden wollte, gab er ihm unvermittelt einen Kopfstoß ins Gesicht. Daraufhin wurde er von den Polizeibeamten mit unmittelbarem Zwang sofort zu Boden gebracht und nach heftigem Widerstand gefesselt. Der Mann biss dabei zwei Beamte und trat mit den Beinen mehrfach zu. Das geschah alles unter wüsten Beleidigungstiraden und endete mit Morddrohungen gegen den ebenfalls anwesenden Vermieter und alle sonstigen Personen."

Aufgrund der akuten Fremdgefährdung und des psychischen Ausnahmezustands wurde der 32-Jährige laut Polizei in das Bezirkskrankenhaus eingeliefert.

Zum rechtlichen Hintergrund der Attacke erläutert Kuchenbecker, in diesem Fall würden neben zahlreichen weiteren Delikten auch wegen des tätlichen Angriffs auf den Rettungssanitäter Ermittlungen nach dem relativ neuen Straftatbestand "Tätlicher Angriff auf Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen" geführt. "Dieser Straftatbestand wurde erst vor zwei Jahren aufgrund der Übergriffe auf Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes eingeführt und wird leider immer öfter Realität."

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