14.01.2019 - 14:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Kreative schaffen neue Kultur

Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern macht mobil. Die Aktiven wollen nicht nur einen Landesverband gründen, sondern auch auf regionaler und lokaler Ebene stärker präsent sein. In Hirschau legen sie den Grundstein dafür.

Die MCG-Fotostudios passen gut als Kulisse, denn die Kultur- und Kreativschaffenden in der Region wollen mit einem Verein stärker ins Scheinwerferlicht rücken. Zum Auftakttreffen kommen (von links) Alexander Seitz von der Amberger Gewerbebau, OTV-Geschäftsführer Christoph Rolf, Künstlerin Martina Leithenmayr, Fotograf Michael Geiss, Tim Hemzal, Marion Stiegler (Grafik & Textildesign), Fotograf Marcus Rebmann, Carola Kupfer, Künstler Marcus Trepesch, Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta, Stadtmarketingvereinschef Thomas Eichenseher und Goldschmied Sebastian von der Recke.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Dabei geht es um einen gemeinsamen Verbund und nicht nur eher lose Zusammenschlüsse oder Interessengemeinschaften, wie es sie bisher schon gab. Auch in Amberg und dem Landkreis möchten sich die Mitstreiter in einem neuen Verein organisieren. Er soll den Namen Kultur- & Kreativwirtschaft Mittlere Oberpfalz bekommen und für Einzelpersonen genauso offen sein wie für Firmen aus der Branche und bestehende Initiativen.

Darin waren sich etliche Gleichgesinnte bei einem Treffen in Hirschau einig. Aus dem schon seit vier Jahren existierenden Stammtisch soll etwas Institutionalisiertes werden. Fotograf Michael C. Geiss - auch bekannt als Vorsitzender der Bürgerinitiative Amberg hilft Menschen - und der Amberger Goldschmied Sebastian von der Recke wollen die beschlossene Vereinsgründung in die Hand nehmen. Geiss war es auch, der zu der Zusammenkunft in seinen MCG-Fotostudios auf dem Gelände der Elektronikfirma Conrad eingeladen hatte. Er freute sich neben bereits eingebundenen Mitgliedern ferner über den Besuch von Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta, Stadtmarketingvereins-Vorsitzendem Thomas Eichenseher und OTV-Geschäftsführer Christoph Rolf.

Netta lobte die Initiative und dankte den Aktiven: "Vom Künstler bis zur Marketingagentur - die Kreativen sind bereits heute ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft. Aber gerade die vielen Einzelkämpfer und Kleinunternehmen brauchen den Austausch und eine gemeinsame Vertretung ihrer Interessen. Vonseiten der Stadt Amberg unterstützen wir diesen Prozess sehr gern." Auch von der Recke betonte, "dass die Kultur- und Kreativwirtschaft einen eigenen starken Wirtschaftsbereich darstellt - nur nimmt ihn keiner wahr. Dieser Bereich wird gleich nach der Auto- und Metallindustrie gelistet - also an dritter Stelle." In vielen Städten Bayerns formierten sich die Aktiven in unterschiedlichen Ausrichtungen und Größen. Gemein hätten diese Gruppen "sehr gute Verbindungen zur Kommune". Um die Unterstützung des Staats zu erhalten, brauche es einen Landesverband, "da die Regierung Fördergelder nicht im Gießkannen-Prinzip vergibt, sondern Vertreter juristischer Personen  einfordert".

Tatsächlich geht es der Kultur- und Kreativwirtschaft um Lobbyarbeit und Vernetzung, um mehr Sichtbarkeit der Branche, um Förderprogramme und Projekte. Zum Auftakt vor Ort will Michael Geiss die Firma Conrad als Sponsor für ein Grundkapital bekommen, damit der Verein mit strukturierter Arbeit loslegen kann. Dazu zählt am Anfang auch Mitgliederwerbung, wozu das Treffen in Hirschau ebenfalls einen wertvollen Beitrag geleistet habe. "Sinn ist es auch, aufeinander aufmerksam zu werden und gemeinsame Interessen zu erkennen", sagt Geiss. Bündeln soll sie der Verein vor Ort, um sowohl hier als auch auf Landesebene ins Blickfeld zu rücken und schlagkräftig(er) auftreten zu können.

Hintergrund:

Zur Vereinsgründung in der mittleren Oberpfalz ermunterte auch Carola Kupfer, die Vorsitzende des Regensburger Forums für Kreativwirtschaft, das mit dem dortigen Amt für Wirtschaftsförderung kooperiert und 2018 ein gemeinsames Workshopprogramm ins Leben gerufen hat. Es sorgt nach Kupfers Worten für Frequenz, neue Mitglieder und Geld in der Kasse. Der Verein veranstalte zudem monatliche Netzwerktreffen, die auch Externe sowie potenzielle Kunden und Geschäftspartner anzögen.

Durch die juristische Form inklusive nötiger Versicherungen sei das möglich geworden. Außerdem habe sich seit Gründung 2017 die Mitgliederzahl vervierfacht. Durch diese Erfahrungen treiben die Regensburger nun mit dem KüKo-Verein Fichtelgebirge und den Kreativen in Ingolstadt den Landesverband voran.

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