Wo ist der Kronzeuge? Er hätte am ersten Prozesstag vor dem Landgericht erscheinen und schildern sollen, wie ihn drei seiner syrischen Landsleute am 10. Mai letzten Jahres in einer Amberger Wohnung überfielen und 200 000 Euro von ihm haben wollten. Seine 20-jährige Ehefrau kam als Zeugin, sagte aus und teilte dann mit: "Mein Mann befindet sich auf Reisen".
Ein Paukenschlag für die Richter der Jugendstrafkammer. Denn der 28-Jährige ist nach Angaben seiner Gattin momentan in Saudi-Arabien. "Wenn er am zweiten Verhandlungstag nicht erscheint, lasse ich ihn festnehmen", lautete die Botschaft des Kammervorsitzenden Harald Riedl. Nun ist Spannung angesagt: Am Freitag, 25. Januar, Punkt 8 Uhr, muss der Mann auf dem Zeugenstuhl sitzen. Doch offenbar brennt ihm, wie man im Volksmund sagt, wegen Geldwäscheverdachts lichterloh der Hut.
Auto ohne Kennzeichen
Wie kam am 10. Mai letzten Jahres die Polizei an den Tatort am westlichen Stadtrand? Ein Nachbar der überfallenen Wohnung hatte sie verständigt, als vor seiner Garage blockierend ein Pkw mit abgeschraubten Kennzeichen stand. Die Täter hatten sie vorher bewusst entfernt, weil die Nummernschilder in Oberbayern gestohlen worden waren.
Bauklötzchen geworfen
Noch als die Uniformierten an dem Wagen ermittelten, warf ihnen die Ehefrau (20) des Überfallenen, um auf sich aufmerksam zu machen, Spielzeug-Bauklötzchen ihrer Kinder von einem Balkon aus zu. Dann raunte sie den Polizisten leise in die Ohren: "Hilfe, Überfall. Drei Männer in unserer Wohnung". Daraufhin kamen Funkstreifenbesatzungen zur Verstärkung, wurde zugegriffen, gefesselt und abgeführt.













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