Der Kuhkomfort ist Thema bei den Rinderzüchtern

Amberg
25.01.2023 - 12:29 Uhr

Der "Kuhkomfort" war ein Thema bei der Jahresversammlung der Kreisrinderzuchtgenossenschaft Amberg-Sulzbach in Kauerhof. Dass es diesbezüglich gut aussieht in der Region, zeigten Auszeichnungen, die bei dem Treffen vergeben wurden.

Ehrungen und Vorstandswahlen standen auf dem Programm dieser Jahresversammlung: Die Kreisrinderzuchtgenossenschaft (KRZG) Amberg-Sulzbach nutzte die Gelegenheit aber auch für einen Jahresbericht von Zuchtleiter Thomas Nibler vom Rinderzuchtverband Oberpfalz mit detaillierten Zahlen rund um die Entwicklung der Fleckviehzucht. Mit Wolfgang Müller von den Bayerischen Staatsgütern hatte sie zudem einen Gast, der in einem Vortrag Einblick in "Kuhsignale – Gesehen mit den Augen einer Kuh" gab. Dabei erklärte der Fachmann, dass Rinder anders sehen als Menschen: Die Sicht dieser Tiere sei an die Horizontale angepasst. Müller merkte auch an, dass Kühe im Liegen "arbeiten". Je länger sie lägen, desto mehr Milch produzierten sie. Deshalb, so der Experte, sollte der Fokus des Landwirts auf dem Kuhkomfort liegen. Um diesen zu Kennzeichnen, gebe es den "Tierwohl-Diamanten" – das sechseckige Symbol stehe für die "sechs Freiheiten der Weide", Raum, Futter, Wasser, Licht, Luft und Ruhe. Als "größtes Hindernis für Kuhkomfort" nannte Müller die eigene Betriebsblindheit: Diese müsse überwunden werden.

KRZG-Vorsitzender Uwe Herrmann verwies auf die problematischen Folge des Ukrainekriegs und auf die Trockenheit des Jahres 2022. Er erwähnte auch Schwierigkeiten des Rinderzuchtverbandes aufgrund der rückläufigen Betriebszahlen. Erfreut zeigte er sich über die rege Teilnahme an der gemeinsamen Lehrfahrt des Jungzüchterclubs Amberg-Sulzbach und der KRZG. Kreisbäuerin Erika Loos bestärkt die Landwirte darin, positiv zu bleiben – denn Landwirtschaft finde immer noch am Land statt, auch wenn die Vorschriften von Städtern gemacht würden.

Bei den anstehenden Neuwahlen wurden fast alle Vorstandsmitglieder bestätigt. Die Führungsriege bilden damit weiterhin Uwe Herrmann (Dollmannsberg), Thomas Stepper (Ehringsfeld), Stefanie Roth (Kühnhof), Martin Hubmann (Iber) und Hans Pirner (Pürschläg). Neu im Vorstand ist Matthias Willax (Wutschdorf).

Schließlich wurde auch eine ganze Reihe von Auszeichnungen vergeben. Diese galten unter anderem den besten Prüfbullen des Zuchtjahres 2021/22 folgender Betriebe: Pilhofer GbR (Sulzbach-Rosenberg), Feigl GbR (Ensdorf), Pirner GbR (Illschwang), Rudolf Birner (Kümmersbruck) und Robert Graf (Hahnbach). Für ihre "100.000-Liter-Kühe" (Lebensleistung der Kuh) geehrt wurden: Ulrike Höllriegel (Ursensollen), Pamler GbR (Freihung), Andreas Wendl (Hahnbach), Franz Willax (Freudenberg), Weiß GbR (Poppenricht), Bernreuter GbR (Ursensollen) und Bernreuter GbR (Ursensollen). Die Plakette "Kuhprofi", die oberpfalzweit beste Leistungen in Aspekten wie Management und Kuhkomfort würdigt, bekamen: Bär GbR (Birgland), Bernreuter GbR (Ursensollen), Robert Graf (Hahnbach), Andrea Kölbel-Stark (Birgland), Helga Luber (Edelsfeld) sowie Gisela und Robert Wagner (Etzelwang). Für die höchste Jahresleistung wurde Kuh „Silvi“/Martin Hubmann (Hahnbach) ausgezeichnet, für die niedrigste Zellzahlen (ein Beleg für Tiergesundheit und gute Hygiene) Albert Schreglmann (Gebenbach) und für die höchste Herdenleistung Gerhard Regler (Edelsfeld).

 
 

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