24.08.2018 - 16:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Kunde urteilt als Schiedsrichter

Als Politiker beneide er die Baufacharbeiter, so Landrat Richard Reisinger. In der Politik sehe man selten, was getan wurde, und viele Entscheidungen hätten nicht lange Bestand. Das Werk des Baufacharbeiters überdauere hingegen Jahrzehnte.

Im Bild sind vorne (von links) die Prüfungsbesten zu sehen: Michalis Gatsas, Markus Ippisch, Zacharias Neidl, Markus Piehler, Andreas Weiß, Lukas Forster und Benedikt Niebler, dahinter Johann Fröhler (Schlagmann-Stiftung), Dietmar Melchner und Josef Meier (Meier Betonwerke), Martin Preuß, stellvertretender Innungsobermeister Bernd Kopp, Thomas Wilfer (Prüfungsauschuss), Innungsobermeister Wolfgang Hummel, dahinter Prüfungsvorsitzender Roman Kastl, Bürgermeister Jürgen Reitzenstein, Kreishandwerksmeister Hans Weber und Landrat Richard Reisinger.

Mit der bestandenen Facharbeiterprüfung sei ein Etappenziel erreicht, betonte Wolfgang Hummel, Obermeister der Bau-Innung Amberg beim Lehrabschluss der Bau-Innungen Amberg und Amberg-Sulzbach im Restaurant Chillis (Malteser).

Drei Jahre Ausbildung in der Berufsschule und in den Betrieben hätten die Baufacharbeiter hinter sich gelassen, dabei auf den Baustellen auch Sommerhitze und Kälte im Winter kennengelernt, was nicht immer einfach gewesen sei, aber sie hätten sich durchgekämpft.

Den Junghandwerkern empfahl Hummel, die Möglichkeit der Weiterqualifizierung zu nutzen, um zum Vorarbeiter, Werkspolier, Maurermeister oder Bautechniker aufzusteigen oder gar ein fachtechnisches Studium anzustreben. Ihr Beruf hinterlässt Sichtbares, betonte Landrat Richard Reisinger.

Kein Computer könne einen qualifizierten Baufacharbeiter ersetzen. Mit dem Gesellenbrief sei der Grundstein für das Berufsleben gelegt und in der Mitarbeiterhierarchie seien die Junggesellen zwei Gerüstebenen aufgestiegen. Im aktuellen Trend des Fachkräftemangels steige der Marktwert des Facharbeiters, so Reisinger. Daran sollte man auch Arbeitgeber erinnern.

Mit großer Zuversicht

Für Ambergs 2. Bürgermeister Martin Preuß hat der Maurer einen Beruf, "den wir alle brauchen". Junge Gesellen hätten praktische Fähigkeiten und Fachwissen bei der Prüfung beweisen müssen. Mit dem Abschluss könnten die jungen Facharbeiter nun mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken, denn das Baugewerbe boome derzeit wie noch nie und: "Hinten und vorne fehlt es an Nachwuchskräften". Die Region Amberg biete beruflich viele Möglichkeiten. Er rate, dem Handwerk und unserer Heimatregion treu zu bleiben.

Einen schweren Beruf hätten sich die Maurer ausgesucht, so Jürgen Reitzenstein (3. Bürgermeister Sulzbach-Rosenberg). Noch schwerer sei dieses Berufsleben bei zuletzt herrschenden Temperaturen.

Der erste Stein zum beruflichen Werdegang sei gelegt. Freisprechung bedeute aber auch, teilweise nicht mehr Weisungen befolgen zu müssen. Damit aber müsse ein Geselle künftig eigenverantwortlich arbeiten.

Eigene Ideen

Anerkennung verdiene, wer etwas leiste, so Kreishandwerksmeister Hans Weber. Der Gesellenbrief sei ein Führerschein für das Berufsleben. Nun folge die Praxis. Es gelte Eigeninitiative zu zeigen, selbstständig zu entscheiden, eigene Ideen und Kreationen einfließen zu lassen. Der Kunde sei letztlich der Schiedsrichter, der mit seinem Lob oder seiner Kritik über die Arbeit urteile.

Die Prüfungsbesten:

15 Auszubildende hatten sich der Prüfung gestellt und diese auch bestanden. Als Beste wurden besonders hervorgehoben: Michalis Gatsas (Altmann Bau GmbH, Schmidgaden), Markus Ippisch und Zacharias Neidl (Bauunternehmen Anton Steiniger, Neunburg), Benedikt Niebler (Bauunternehmen Josef Margraf, Illschwang), Markus Piehler (Bauunternehmen Luber & Freller, Freudenberg), Andreas Weiß (Bauunternehmen Engelbert Sperber, Ursensollen), Lukas Forster (Blödt GmbH, Teublitz). Die Geehrten erhielten Preise des Betonwerks Meier (Lauterhofen) und der Schlagmann-Edmüller-Stiftung (Zeitlarn). Umrahmt wurde die Feier vom Trio Burst. (gfr)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.