27.12.2019 - 09:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Wenn Kunst nach Kaninchen kommt

Den Geruch von Kaninchen haben Achim Hüttner und Heini Hohl noch immer in der Nase. Denn in frühen Jahren kamen die Amberger Künstler im Ausstellungsreigen der Alten Feuerwache eben nach den Kaninchenzüchtern. Jahrezehnte ist das her.

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Als die erste Jahresausstellung der Gruppe Amberger Künstler über die Bühne ging, wurden die Werke der damals noch Jungen und Wilden in der Pestalozzischule ausgestellt. 47 Jahre ist das mittlerweile her, erinnert sich Achim Hüttner, wie Heini Hohl seit Anbeginn dabei. Die Pestalozzi- heißt seit langer Zeit Wirtschaftsschule und auch über die Künstlergruppe ist die Zeit nicht spurlos hinweg gegangen.

Achim Hüttner, die unermüdliche Sportskanone, radelt nun auch schon elektrisch, nur seine Bilder sind sich vom Stil her treu geblieben. Stimmt nicht ganz, sagt der Achim. "Heuer habe ich zum ersten Mal einen Olivenbaum gemalt." Was daran liegt, dass er einen ehemaligen Schüler am Gregor-Mendel-Gymnasium besucht hat, der im griechischen Kalamata einen Gartenbaubetrieb hat.

Aber sonst ist doch alle unverändert? Heini Hohl macht wie jedes Jahr die Aufsicht, flucht über ein Porträtbild, das er machen soll, ab und zu schneit ein Besucher herein und schreitet die Reihen der Kunstwerke ab. Hier fällt auf, dass eben nicht alles beim Alten ist. Die "Einzelkabinen" von einst für jeden Künstler mussten einer offeneren, lichteren Aufstellung der Stellwände weichen. Und es sind diesmal fast mehr Gastkünstler dabei als Stammbesetzung. Unter anderem der 78-jährige Walter Heiter, der eine wuchtige Installation zum Thema WAA in Wackersdorf beisteuert.

Oder Marion Mack mit ihren Glaskunstwerken, Heini Hohl hat heimlich aus Alupapier eine kleine Skulptur dazugebaut und kann herzhaft über seinen Scherz lachen. Wieviel Zeit inzwischen vergangen ist, das zeigt Robert Rist, der ehedem Schüler von Achim Hüttner am GMG war und heute selbst den Beruf des Kunstlehrers ausübt. Aber was hat diese Ausstellung nicht alles erlebt in ihrer langen Geschichte. Vor dessen Renovierung wurde in Winter schon mal der Rathaussaal ausgeräumt, um die Bilder aufhängen zu können. Man war kurzzeitig im ACC, als die Alte Feuerwache von der ehemaligen Fahrzeughalle zu einem angemessenen Ausstellungsraum umgebaut wurde, dann zwischenzeitlich im Saal des Museums.

Heute ist bildende Kunst im Amberger Stadtraum selbstverständlich, vor 47 Jahren, als eine Gruppe von Amberger Künstlern auf die Idee kam, ihre eigenen Ausstellung zu machen, war das noch etwas ganz Besonderes. "Damals gab es nur einen Maler aus Périgueux, der alle paar Jahre eines Ausstellung in Amberg gemacht hat", erinnert sich Achim Hüttner. Den Gründungspräsidenten der Künstlergruppe freut es, dass in diesem Jahr einmal wieder sehr viele Besucher kommen, mehr als zuletzt. Fehlen darf an dieser Stelle nicht der Hinweis auf die Versteigerung kleiner Druckgrafiken. Die findet statt am Freitag, 27. Dezember, um 17 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr bis zum 6. Januar.

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