16.08.2018 - 10:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Wo und wie Kunst wohnt

Michas plakative Papierkunst und Azulejo von Anne: Keine einhundert Meter Berg aufwärts trennen zwei Amberger Ateliers, die den Beginn eines Kunstviertels markieren können.

(dwi) Am Fuße des Berges in der Dreifaltigkeit befindet sich ein äußerst charmantes Fleckchen. Die Pfistermeisterstraße entzweit sich für einen Spielplatz, mit Bäumen bepflanzt, einer Mini-Allee gleichend. Dahinter schmücken zwei große aussagekräftige Collagen in schwarz-weiß die Schaufenster. Aus Schnipseln von alten Plakaten zu einer Botschaft zusammengefügt.

"Der weiße Mann, der sich trügerisch überhaben fühlt", erklärt Michaela Peter. Ihr Eckhaus-Atelier nutzt sie auf diesem weg auch, um anderen zu helfen, Probleme zu bewältigen. "Manchmal stellt man sich einfach nicht die richtigen Fragen", sagt sie. Mit ihrem künstlerischem Wissen, ihrer Begabung und Menschenkenntnis, gelingt es Peter, Ereignisse im Leben zusammenzufügen, collagenartig, wie es sich in vielen ihrer Werke widerspiegelt.

Recht auf Individualität

Ein kurzes Stück weiter folgt der nächste Hingucker: Da ist doch etwas Buntes auf dem Backsteinhaus. Na, da schau her. In Amberg gibt es Azulejo. Man braucht nicht nach Spanien zu reisen, um Kachel-Kunst zu sehen. Es ist nur eine Vermutung, aber vielleicht hat sich Anne Berghöfer das Fensterrecht von Hundertwasser (Absage an baustilistische Homogenität, Anm.d.Red.) zu Nutze gemacht. Außergewöhnliche Kacheln und Skulpturen schmücken ihr Eigentum. Die Künstlerin genießt das Privileg, ihr Zuhause zu gestalten, wie es ihr gefällt. Dabei gelingt es Berghöfer, Altes zu erhalten. "So viele Menschen sind hier durchgegangen und jeder hat einen Abdruck hinterlassen." Genauso macht sie es auch. Es ist nur so ein Gedanke, aber vielen Gebäuden in der Stadt würde optisch neues Leben eingehaucht, hätten sie nur etwas farbliche Lebensfreude von Anne an den Fassaden.

Und noch zwei

Ebenso dem Dreifaltigkeitsviertel zugehörig ist das Künstler-Paar Erika Wakayama und Johann Sturcz. Vier im Viertel könnte ein Projekt heißen und der Beginn eines roten Fadens bis zu den Stadtmauern sein. Vielleicht ist im Budget der Stadt noch etwas Kleingeld für mehr Kunst.

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