28.07.2020 - 19:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Kunstsymposium auf dem Parkdeck

Sie wachsen über sich hinaus in einer Harmonie durch das Zuspielen gegenseitiger Kreativität: LEVEL 2020 hat das Potenzial, das bisher beste Kunstsymposium in Amberg zu werden. Spannend, erleuchtend und alle Sichtweisen darstellend.

von Dagmar WilliamsonProfil

Der Wow-Effekt ist auf dem Parkdeck Marienstraße jetzt schon spürbar. Es schwebt in der Luft. Nein, nicht das Virus, sondern die Umsetzung der enstandenen Emotionen der Kunstschaffenden. Das Grundkonzept aller Beteiligten ist einfach gestrickt: Etwas Natürliches, etwas Spirituelles, etwas Lautes und so einiges an Technischem. Genauso spannend wie das Jahr 2020 verläuft die Entstehung des Kunstsymposiums. Dabei steht das Thema Level beziehungsweise Ebene an vorderster Front.

Das Kunstsymposium "Level 2020"

Amberg

Fotomontagen und Gasmasken

Matthias Mulzer widmet sich Fotomontagen. Stefan Stock nimmt sich alter Gasmasken an. "Social distancing - aber dennoch verbunden", erklärt er. Johann Sturcz ist fasziniert von den realen Darstellungen in Videospielen und Michael Dandorfer ergänzt diese Idee musikalisch mit Hilfe einer C46- Soundfläche. Er wird sich im Endergebnis seiner Komposition selber an der Parkhaus-Mauer streamen und gleichzeitig live improvisieren.

"Ich werde ein Monster erschaffen", sagt Hanna Regina Uber lachend. Aus zarten Stahl- und Edelblechstreifen bildet sie eine große Skulptur. "Alles hängt zusammen, jede Aktion führt zu einer Reaktion. Wir sind abhängig voneinander und können nicht isoliert agieren", erklärt die Künstlerin ihre Intention. Aus dem Wortursprung von "Level" bezieht Claudia Dobner ihre Inspiration. Lateinisch libella, die Waage, möchte sie vorerst zeichnerisch die Balance und Ausgewogenheit darstellen. Der Prozess und die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen ist dabei ausschlaggebend.

Begehrtes Plexiglas

Schon seine Webseite ist wortwörtlich zum Schießen. Ein typischer Bayer, kurz angebunden, aber mit Lausbuben-Schmunzeln, ist Carl Olaf Klein aus dem weiter entfernten Brennberg. Er war bereits mit einem Grubenmotorrad auf der Flucht und widmet sich in Amberg dem, wie er sagt, heiß begehrten Plexiglas. Das Ergebnis: Überraschung. "Level im Sinne von Niveau", erklärt Marcus Trepesch seine Arbeit an der Leinwand. Auch hier dürfen Kunstliebhaber gespannt auf das Endresultat sein.

Austauschprogramm Lunge

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, Heike Lepke, wird eine manuelle, großformatige Fotografie ohne dazugehörigen Apparat im Negativ erstellen, die Kunst der sogenannten Cyanotypie. Natur und dem Geiste, der Seele sozusagen, verbunden sind Michaela Peter und Ania Roehnelt-Kamm, mit Künstlernamen ania klein. Die Künstlerin aus Landsberg am Lech betrachtet die Lunge als Austauschprogramm. "Während die grüne Lunge der Welt, also die Wälder und Büsche, schon lange brennen, projiziert sich dieses Geschehen auf uns Menschen. Es hat so kommen müssen, früher oder später." Sie bezieht sich hier auf Aussagen indigener Schamanen und nutzt diese Sichtweise, um mit großen Ästen und Hölzern ein Kunstobjekt zu schaffen.

Spirituelle Übung

Die Kunsttherapeutin Peter weicht in diesem Jahr ab von ihren bekannten Poster-Collagen und entdeckt für sich die Kunst der tibetischen Sand-Mandalas. Als Grundlage dienen ihr Ebenen mit unterschiedlichen Strukturen, die im Ergebnis nicht auffallen. Beginnend mit einer Zeichnung und einer geometrischen Konstruktion sieht Michaela Peter ihr Vorhaben als eine spirituelle Übung, verknüpft mit einer kindlichen Weltanschauung. "Wie Buddhisten für Heilung und Frieden meditieren, um auch zur Erkenntnis des Vergänglichen zu gelangen. Strukturen hängen miteinander zusammen - im Inneren wie auch im Globalen." Durch das Ausschütten des entstandenen Mandalas in die Vils sollen symbolisch Hass, Gier, Verblendung und Angst überwunden werden. Peters Herzenswunsch: Der liebevolle Umgang miteinander und die Erhebung des Bewusstseinslevels.

Noch bis Sonntag, 2. August, können Neugierige die Entwicklung der Werke des Kunstsymposiums „Level 202“ in Amberg (Parkdeck Marienstraße) täglich von 16 bis 18 Uhr verfolgen. Die fertigen Arbeiten werden in einem Kunst-Parcours am Samstag, 1. August, von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag, 2. August, von 10 bis 14 Uhr vorgestellt.

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