Amberg
22.04.2020 - 15:57 Uhr

Laden-Mieter zahlt einfach nicht mehr

Es sind nicht nur die ganz Großen wie Adidas, H&M oder Deichmann, die in der Corona-Krise ihren Laden-Vermietern das Geld schuldig bleiben. Auch kleinere Unternehmen wie die Popken Fashion Group zahlen einfach nicht.

Die Filiale von Gina Laura in der Georgenstraße ist seit Wochen geschlossen. Aus diesem Grund zahlt der Mieter auch nicht mehr. Er fordert sogar bereits bezahlte Miete aus dem März teilweise zurück. Bild: Wolfgang Steinbacher
Die Filiale von Gina Laura in der Georgenstraße ist seit Wochen geschlossen. Aus diesem Grund zahlt der Mieter auch nicht mehr. Er fordert sogar bereits bezahlte Miete aus dem März teilweise zurück.

Seit 2003 besitzt Bernhard Schmidbauer einen Mietvertrag mit dem Unternehmen, das sich heute Popken Fashion Group nennt. Unter diesem Dach sind verschiedene Marken vereint, unter anderem Gina Laura, die im Haus von Bernhard Schmidbauer in der Georgenstraße zu finden ist. Bisher war das Verhältnis ganz gut, doch mit Corona zogen auf einmal sehr dunkle Wolken auf.

Denn bereits am 23. März, nur wenige Tage nach dem sogenannten Lockdown, der flächendeckenden Schließung von Geschäften, erreichte Bernhard Schmidbauer ein Schreiben der Popken Fashion Group. Darin teilt ihm das Unternehmen mit, dass es ab dem 1. April keine Mietzahlungen sowie Nebenkosten mehr leisten werde. Doch das ist nicht alles. Außerdem fordere man zu 100 Prozent alle Zahlungen zurück, die seit dem Tag der Geschäftsschließung, also dem 18. März, geleistet worden seien.

"Darüber hinaus möchten wir bereits jetzt ankündigen, dass wir (hoffentlich bald) nach Aufhebung des Betriebsverbots mit Ihnen eine transparente und kooperative Einigung für die Folgemonate vereinbaren wollen, die den zu erwartenden Umsätzen der Anlaufphase Rechnung trägt", heißt es in dem Brief, welcher Oberpfalz-Medien vorliegt. "Rückforderungen sind überhaupt nicht zulässig", grollt Bernhard Schmidbauer seinem Mieter, auf den er nicht gut zu sprechen ist.

Wobei er betont, er hätte generell kein Problem damit gehabt, eine einvernehmliche Lösung mit der Popken Fashion Group zu finden. "Aber nicht auf dieser einseitigen Basis", macht Schmidbauer deutlich, der sich zumindest ein Gespräch, ein gemeinsames Suchen nach Lösungen gewünscht hätte. All das habe es aber nicht gegeben, sagt er. Aus diesem Grund sei er schließlich zum Anwalt gegangen, der dem Unternehmen geschrieben hat.

Inzwischen habe er ein ablehnendes Schreiben von Popken bekommen mit dem Hinweis, es habe Unstimmigkeiten mit mehreren Mietern gegeben. "Die Popken Gruppe besteht aber darauf, dass es sich durch die fehlende Nutzungsmöglichkeit durch Corona um einen Mangel an der Mietsache handelt, um deswegen an Staatsgelder zu kommen", vermutet Bernhard Schmidbauer.

Bei der Popken Fashion GmbH zeigt man sich gegenüber Oberpfalz-Medien einsilbig. Eine erste schriftliche Anfrage beantwortet das Unternehmen erst gar nicht, auf nochmalige Nachfrage erreicht die Redaktion ein knappes Mail mit folgendem Inhalt: "Vielen Dank für Ihre Anfrage. Nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung nehmen wir dazu keine Stellung." Bernhard Schmidbauer bleibt nun die Hoffnung auf die Wiedereröffnung des Ladens. Aber noch hat er keine Übereinkunft mit der Popken Fashion Group, wie es ab Montag mit den Mietzahlungen dann ausschauen wird.

 
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