16.11.2018 - 18:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Landfrauen Amberg-Sulzbach feiern Bestehen seit 1948

Die Landfrauen im Jahr 1948 haben es nicht leicht. So recht traut sich niemand, zu ihrem ersten Treffen zu erscheinen. 70 Jahre später ist das anders.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Aus dem ganzen Landkreis kamen die Bäuerinnen zum Festakt in den großen Saal der Jura Werkstätten Amberg. Die Kreisbäuerin, Brigitte Trummer, führte die Gäste durch den Nachmittag. Josef Schmaußer, der Hohenkemnather Ortsheimatpfleger, präsentierte einige Gegenstände von damals und ließ die Landfrauen raten, wie man die Dinge nennt. Dabei waren zum Beispiel ein Kumpf, ein Behältnis, um den Wetzstein zu befeuchten, und ein Ritscherl, ein Verbindungsteil des Ochsengespanns. Nichts mit Landwirtschaft zu tun, hatte das Gracherl, die Limonade. Trotzdem erinnerten sich die Landfrauen gerne an das Wort aus Kindertagen. Sogar ein verrostetes Ochsen-Eisen hatte Schmaußer im Gepäck. Damals, erklärte er, wurden auch die Hufe der Ochsen beschlagen.

Die Ehrenbezirksbäuerin, Stilla Klein, blickte auf 70 Jahre Landfrauen zurück. Besonders hob sie dabei die Bildungsarbeit hervor, die Landfrauen seit 1954 betreiben. Insgesamt haben etwa 450 000 Kinder 8000 Bauernhöfe besucht, um den landwirtschaftlichen Betrieb kennenzulernen. "Das ist für mich immer eine der schönsten Aufgaben gewesen", erzählte Klein.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgruppe von Rita Butz und der Schnaittenbacher Landfrauenchor. Dieser wurde gleichzeitig für sein Engagement vom Bayerischen Bauernverband ausgezeichnet. Jede der Sängerinnen erhielt eine Anstecknadel mit einem silbernen Blatt.

Auch ihr Chorleiter Hans Albrecht, der sich mit 79 Jahren in den Ruhestand verabschiedet, erhielt eine Urkunde zu seinen Ehren. Einen Nachfolger gibt es für ihn bisher nicht. Er wünscht sich sehr, dass sich doch noch ein Chorleiter für seine "super Frauen" findet.

Drei Fragen an Brigitte Trummer, Kreisbäuerin:

Wir leben vielfach in der Tradition und trotzdem auch in der Moderne. Die Landfrauen vereinen sehr oft die Familie und die Arbeit. Es kommen viele Veränderungen auf uns zu, vor allem weil die jungen Landfrauen ihren Berufen nachgehen wollen und, das ist meine Meinung, auch sollen. In ihrem Beruf sind sie dann zufrieden und das spiegelt sich in der Familie wider.

Es hat sich gewaltig verändert. Heute ist zum Glück alles anders. Die Betriebe haben sich spezialisiert. Viel ist automatisiert. Die Höfe öffnen sich nach außen und stellen auch Mitarbeiter ein. Die Bäuerin wird da deutlich entlastet. Kinder können auch viel bei den Großeltern sein. Das bereichert sie in der Erziehung und ist sicherlich ein Vorteil, den die Landfrau gegenüber der Stadtfrau hat. Also das Bild der Landfrau hat sich enorm verändert - aber nur zum Positiven.

Ja, auf jeden Fall. Die leben genauso modern wie Stadtfrauen, nur eben auf dem Land. Es macht wirklich Spaß, die jungen Frauen in der Gemeinschaft zu haben. Vor allem ist es wichtig, wenn mehrere Generationen auf einem Hof leben, jedem seinen Freiraum zu lassen. Bei uns klappt das super.

ONETZ: Frau Trummer, was heißt es für Sie, eine Landfrau zu sein?

Brigitte Trummer: Wir leben vielfach in der Tradition und trotzdem auch in der Moderne. Die Landfrauen vereinen sehr oft die Familie und die Arbeit. Es kommen viele Veränderungen auf uns zu, vor allem weil die jungen Landfrauen ihren Berufen nachgehen wollen und, das ist meine Meinung, auch sollen. In ihrem Beruf sind sie dann zufrieden und das spiegelt sich in der Familie wider.

ONETZ: Wie hat sich die Landfrau in den letzten 20 Jahren verändert?

Brigitte Trummer: Es hat sich gewaltig verändert. Heute ist zum Glück alles anders. Die Betriebe haben sich spezialisiert. Viel ist automatisiert. Die Höfe öffnen sich nach außen und stellen auch Mitarbeiter ein. Die Bäuerin wird da deutlich entlastet. Kinder können auch viel bei den Großeltern sein. Das bereichert sie in der Erziehung und ist sicherlich ein Vorteil, den die Landfrau gegenüber der Stadtfrau hat. Also das Bild der Landfrau hat sich enorm verändert – aber nur zum Positiven.

ONETZ: Wie sehen Sie die Zukunft der Landfrauen? Gibt es genug Zulauf?

Brigitte Trummer: Ja, auf jeden Fall. Die leben genauso modern wie Stadtfrauen, nur eben auf dem Land. Es macht wirklich Spaß, die jungen Frauen in der Gemeinschaft zu haben. Vor allem ist es wichtig, wenn mehrere Generationen auf einem Hof leben, jedem seinen Freiraum zu lassen. Bei uns klappt das super.

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