08.04.2020 - 11:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Landkreis-Führungsgruppe Katastrophenschutz jetzt im Zwei-Schicht-Betrieb

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz am Landratsamt ist rund um die Uhr im Einsatz. Sie arbeitet Zwei-Schicht-Modell. Ein Teilnehmer ist Dr. Michael Scherer, den Landrat Richard Reisinger zum Versorgungsarzt für den Landkreis bestellt hat.

Jeden Tag um 14 Uhr tritt die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt zusammen. Mundschutz ist dabei Pflicht.
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„Dies hat den Vorteil, dass sich die Mitarbeiter der beiden Schichten nur noch bei der Übergabe begegnen. Hier ist das Tragen einer Nasen-Mund-Maske mittlerweile Standard, um die Ansteckungsgefahr im Haus zu reduzieren“, erklärt Landrat Richard Reisinger. Auch bei den täglichen Lagebesprechungen der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) ist die Nasen-Mund-Maske für alle Teilnehmer mittlerweile fester Bestandteil.

Während der Coronakrise koordiniert die FüGK sämtliche Maßnahmen. Der Stab besteht aus Mitarbeitern des Landratsamts. Hinzu kommen externe Fachberater von Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder Technischem Hilfswerks (THW), von Polizei und Feuerwehr sowie Bundeswehr-Soldaten und Ärzte. Jeden Tag um 14 Uhr werden im Landratsamt alle auf den neuesten Stand gebracht und wird das weitere Vorgehen besprochen. „Es sind viele kleine Zahnrädchen, die das große Ganze bewegen“, beschreibt Landrat Richard Reisinger die Situation. Er selbst steht zudem noch mit einem kleineren Krisenstab im Landratsamt sowie dem Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg regelmäßig in Kontakt. Hinzu kommen Telefonkonferenzen mit dem Regierungspräsidenten, anderen Landräten oder auch der Staatsregierung.

„Fast schon surreal“, beschreibt Reisinger die Situation. „Ein Landrat braucht den Kontakt zu den Menschen, die Situation jetzt ist ungewohnt und zum Teil auch schmerzlich“, gibt er zu. Abendtermine bei Vereinen oder Verbänden entfielen, die Arbeit werde aber trotzdem nicht weniger. 150 Mails oder sogar noch mehr am Tag, derzeit keine Seltenheit, sagt Reisinger, Telefonate nicht mitgerechnet.

Es sind ungewöhnliche Zeiten für den Landrat, aber auch für seine Mitarbeiter. Publikumsverkehr findet am Landratsamt seit dem 17. März nicht mehr statt. Einige Mitarbeiter nutzen die Möglichkeit der Telearbeit zu Hause. Seit etwa drei Wochen läuft in den Abteilungen alles nur noch über Telefon oder E-Mail-Verkehr. „Das funktioniert recht gut“, erklärt Reisinger. Nichts desto trotz sehnt der Landrat den Tag herbei, an dem die Bürger ihre Anliegen wieder persönlich im Amt vortragen können. „Dann haben wir die Pandemie überstanden.“

Wann das sein wird, das kann der Landkreischef derzeit nicht absehen. Ministerpräsident Markus Söder hat die Ausgangsbeschränkungen bis 19. April, dem Ende der Osterferien, verlängert. Erst dann könne man sehen, was die Maßnahmen bewirkt haben. „Die Staatsregierung und auch wir fahren auf Sicht“, erklärt Reisinger. „Etwas anderes ist aber in der jetzigen Zeit auch nicht möglich. Für die aktuelle Situation gibt es leider keine Blaupause“, stellt der Landkreischef fest.

Versorgungsarzt für den Landkreis Amberg-Sulzbach bestellt

Zur Bewältigung der Corona-Krise hat Landrat Richard Reisinger für den Landkreis Amberg-Sulzbach Dr. Michael Scherer zum Versorgungsarzt bestellt. Dieser ist der Führungsgruppe Katastrophenschutz zugeteilt und hat die Aufgabe, eine ausreichende Versorgung mit ärztlichen Leistungen und entsprechender Schutzausrüstung zu planen und zu koordinieren.

Dr. Michael Scherer ist von Landrat Richard Reisinger zum Versorgungsarzt für den Landkreis Amberg-Sulzbach bestellt worden.
Termine vor Ort bei Vereinen oder Verbänden finden derzeit nicht statt. Der Terminkalender des Landrats ist dennoch sehr gut gefüllt. Derzeit dominieren Besprechungen und Telefonkonferenzen zum Coronavirus das Handeln.

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