30.01.2019 - 20:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) wird 50

Als Schüler hatte er eine rebellische Ader, als junger Mann einen überraschenden Wahlerfolg. Und zu seinem 50. Geburtstag an diesem Donnerstag präsentiert Harald Schwartz einen unerwarteten Vorsatz.

Immer langsam mit dem großen Gewese rund um den 50. Geburtstag, scheint Harald Schwartz auf diesem Bild sagen zu wollen. Der Landtagsabgeordnete wird an diesem Donnerstag 50, hat aber keine Feier geplant. Die Aufnahme entstand beim Politischen Aschermittwoch der Amberger CSU im Februar 2018 im ACC.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Landtagsabgeordnete selbst misst dem "Jubeltag" keine besondere Bedeutung bei. Eine Feier gibt es zum 50. nicht. Am Donnerstag ist Landtagssitzung, da ist Schwartz in München gefordert. Und am Wochenende steht ein den Kindern schon lange versprochener Ausflug auf dem Programm. So hat es auch nichts mit dem zahlenmäßigen Einschnitt zu tun, wenn der Parlamentarier den "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen" zu einem künftigen politischen Schwerpunkt erklärt. Schon eher mit dem Ergebnis der letzten Landtagswahl. Die habe gezeigt, "dass wir als CSU da nicht richtig wahrgenommen werden und wohl auch nicht genug machen".

"Malerische Kindheit"

Möglicherweise kehrt Schwartz damit zu seinen Wurzeln zurück. Die liegen in Niederrunding bei Bad Kötzting und sind verbunden mit einer "absolut malerischen Kindheit - wenn ich davon erzähle, glauben meine Kinder, das ist aus einem Buch". Diese erste Heimat verließ die Familie, nachdem der Vater, der als Tankwart und Lkw-Fahrer arbeitete, den Ehrgeiz entwickelt hatte, (ohne Abitur) Lehrer zu werden. Er schaffte das Studium und bekam eine Stelle in Amberg. Man zog nach Fensterbach, als der kleine Harald in der dritten Klasse war.

Das Gymnasium besuchte er dann in Nabburg. Dort kam er erstmals in Kontakt mit der Politik, weil es eine aktive JU gab: "Die hat mir sehr imponiert." Die Auseinandersetzung um die WAA in Wackersdorf habe seine weitere Politisierung gefördert, sagt Schwartz heute. Wobei er der Linie von Franz Josef Strauß folgte und sich deshalb weigerte, einen FJS-Aufkleber von seiner Schultasche abzunehmen, wie es die Schulleitung gefordert habe.

Nach dem Abitur 1988 verbrachte Schwartz zwei Jahre als Infanterist bei der Bundeswehr in Oberviechtach. Er schied als Fähnrich aus, ist heute Hauptmann der Reserve. Als er seinem Vater 1990 eröffnete, er wolle jetzt studieren, entgegnete der: "Ja, wenn du das Geld dazu hast." Der junge Polit-Aktivist, inzwischen Vorsitzender der Jungen Union Fensterbach, bekam es über ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung. Die Uni in Bayreuth suchte er sich aus, weil er dort Jura in Verbindung mit BWL studieren konnte (1990 bis 1995). Nach Referendariat und Doktorarbeit (zum Thema "Internationales Privatrecht der Haftung für Vermögensschäden") folgten 1999 die ersten beruflichen Schritte in der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Nürnberg. Doch die Zahlenkolonnen dort schlugen den Wirtschaftsjuristen bereits nach drei Monaten in die Flucht: "Das war nichts für mich."

Berufliche Zäsur 2004

Bei "Neuhof Rechtsanwälte" dagegen gefiel es dem Berufseinsteiger. "Auch weil mein Chef Dr. Rudolf Neuhof mein politisches Hobby unglaublich duldsam akzeptiert hat. In meinem Landrats-Wahlkampf 2002 hat er kein einziges Mal auch nur eine Augenbraue hochgezogen, wenn ich früher gegangen bin." Beruflich kam die Zäsur im Jahr 2004. Schwartz erhielt von der Anwaltskammer den Auftrag, die Kanzlei des verstorbenen Amberger Insolvenz-Anwalts Ekkehard Winkler abzuwickeln. Anschließend kaufte er die Einrichtungsgegenstände, die noch übrig waren, und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Er begann mit zwei Mitarbeitern. Heute haben "Schwartz Rechtsanwälte" und "Schwartz Insolvenzverwalter" über 100.

Sehr zielgerichtet wirkt auch die politische Karriere von Schwartz: 1993 JU-Kreisvorsitzender Amberg-Sulzbach (die Familie war inzwischen nach Rieden gezogen), 1996 Kreisrat, 2003 CSU-Kreisvorsitzender, 2013 Landtagsabgeordneter. Oft hätten ihm Zufälle dabei geholfen voranzukommen, meint Schwartz. Aber entscheidend war wohl, dass die regionale CSU nach der Niederlage bei der Landratswahl 2002 gegen Armin Nentwig (SPD) weiterhin auf ihren jungen Hoffnungsträger setzte.

Eine der liebsten politischen Erinnerungen ist Schwartz, wie er 1996 vom letzten Listenplatz aus in den Gemeinderat Rieden gewählt wurde. Die Berufsbezeichnung Jurist habe ihm da wohl geholfen, verrät er sein Erfolgsgeheimnis; zudem seine "extrem guten Werber" und sein Haustürwahlkampf, bei dem es "auch mal da und dort ein Schnapserl" gab.

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