12.12.2018 - 08:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Lehrer drücken digitale Schulbank

Wenn Lehrer selbst die Schulbank drücken: 13 europäische Pädagogen haben sich bei den Dr.-Johanna-Decker-Schulen mit dem Thema der Digitalisierung im Unterricht beschäftigt. Sie entwickeln Methoden, die wiederum Kollegen umsetzen sollen.

13 Lehrer aus den unterschiedlichsten europäischen Ländern haben sich bei den Dr.-Johanna-Decker-Schulen getroffen, sich in Sachen Digitalität in Schulen und im Unterricht fortzubilden.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

„Kreativität und digitale Kompetenzen: Voraussetzungen für die Arbeitswelt 4.0“: So lautet der etwas sperrige Titel eines Projekts, das die EU fördert, um Schüler im Zeitalter der Digitalisierung fit zu machen. Lehrer aus Ungarn, Lettland, Großbritannien, Portugal und Deutschland beteiligen sich daran. Insgesamt sind fünf Treffen anberaumt, um an Ende auch ein Handbuch mit Empfehlungen für Kollegen in ganz Europa herauszugeben. Das zweite Treffen fand nun an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen statt. Studiendirektor Peter Ringeisen widmete sich der "Methodik und Didaktik für Lehrkräfte im 21. Jahrhundert".

"Die Digitalität ist ein neues Zeitalter", sagte Ringeisen. Nach den Innovationen des Buchdrucks, der Handschrift und davor einer Zeit ohne Schrift würden diese Veränderungen die Gesellschaft nachhaltig prägen. "Auch unsere Rolle als Lehrer ändert sich." Unter anderem ging es an diesem Fortbildungstag um "Lernen durch Lehren". Eine Art Wissensvermittlung, die es schon seit den 1980er-Jahren gebe. Neu sind aber Tools, Apps und Programme, die auch Lehrern bekannt sein sollten. Zum Beispiel könne das sein: Ein Schüler hält einen vorbereiteten Unterricht und möchte den Stoff mit einem Online-Quiz wiederholen.

Die Lehrer hatten sich bei ihrem ersten Treffen in Ungarn mit Gründern von Startups sowie jungen Unternehmern getroffen. "Da kam heraus, dass ein herkömmlicher Lebenslauf auf Papier immer seltener verlangt wird. Man dreht Bewerbungsvideos", sagte die koordinierende Lehrkraft aus Ungarn, Éva Matyasne Nagy. Also beschäftigten sie sich in Amberg auch mit der Erstellung von Erklärfilmen. Außerdem wolle man sich für die Heimatschule Denkanstöße mitnehmen. "Das Kollegium lässt sich nicht mit Zwang von der Notwendigkeit überzeugen", sagte die Ungarin. "Wir missionieren." Schließlich solle die Digitalität in diesem Zeitalter als normal angesehen werden, hoffte Ringeisen. "Wenn es so akzeptiert wird, wie dass wir Luft zum Atmen brauchen, sind wir am Ziel." Das nächste Treffen der Lehrergruppe findet im Übrigen im portugiesischen Porto im Mai statt. Dann geht es unter anderem darum, wie sich Prinzipien festlegen lassen, um die neuen, geforderten Kompetenzen zu bewerten und zu benoten.

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