23.01.2020 - 14:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Lehrerverband: Albert Schindlbeck Ehrenkreisvorsitzender

Der Kreisverband Amberg des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV) ist ab sofort komplett unter weiblicher Führung - mit Tanja Fahrnholz an der Spitze.

Die frühere Kreisvorsitzende Karin Jacob-Witteler (rechts) und die neue Kreisvorsitzende Tanja Fahrnholz (Mitte) würdigten die Verdienste von Albert Schindlbeck, den die Generalversammlung einstimmig zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannte.
von uscProfil

Sie folgt im Vorstand Albert Schindlbeck nach, den die Generalversammlung für sein Engagement in über 30 Jahren zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannte.

Schindlbeck war seit der Gründung des Amberger Verbands im Jahr 1862 der mittlerweile 20. Vorsitzende. Sein Frust am Ende seiner bis 1989 zurückreichenden Amtszeit im Kreisvorstand trat offen zutage, als er die leeren Versprechungen des Kultusministers anprangerte. Eigentlich hätte nach der neuen Lehrerbildung eine Besoldung nach A13 erfolgen müssen. Im Verlauf seiner Dienstzeit von über 40 Jahren habe sich aber die Arbeit an Grund- und Mittelschulen grundsätzlich verändert, kritisierte er .

Als Eckpunkte nannte er beispielsweise Inklusion, Ganztagesschulen, Integration vieler ausländischer Kinder und emotionalen Förderbedarf für viele Schüler. Schindlbeck: "Man muss sich nicht wundern, dass immer weniger Abiturienten unter den heutigen Arbeitsbedingungen an der Grund- und Mittelschule dieses Lehramtsstudium ergreifen". Schindlbecks Nachfolgerin, Tanja Fahrnholz, unterstrich die kritischen Worte ihres Amtsvorgängers mit dem Hinweis: "Seit über 20 Jahren reden wir Lehrer beim BLLV davon, dass die Belastungsgrenze erreicht ist. Warum schafft es kein bayerischer Kultusminister, die Ausbildung der Lehrer besser zu steuern?" Notwendig wäre eine flexiblere Lehrerbildung. Nicht immer dürfe mit Zweitqualifikationen nachgebessert werden. Es brauche den Master für alle Lehrämter. Es gelte, die Arbeitsbedingungen an den Grund- und Mittelschulen zu verbessern. Es bedürfe echter Reformen, denn viele Lehrer könnten einfach nicht mehr leisten.

Aktionstag im Februar

"Wenn wir vom BLLV nun Verbesserungen für Lehrer fordern, dann tun wir dies, um die Situation unserer Schüler zu verbessern, versicherte Fahrnholz. Unbedingt verhindern müsse der BLLV eine weitere Aufteilung der Kinder nach der 4. und die Einführung der Wirtschaftsschule ab der 5. Jahrgangsstufe. Um die Sorgen und Forderungen stärker in der Öffentlichkeit zu artikulieren, wird der Verband laut Fahrnholz am Freitag, 7. Februar, einen Aktionstag organisieren, dabei will man die Notmaßnahmen des Kultusministeriums hinterfragen. Mitglieder werden aus diesem Anlass Postkarten an das Ministerium schreiben. In ihrer Vorschau auf das Amtsjahr erwähnte die neue Vorsitzende unter anderem das 60. Amberger Seminar am 20. und 21. November.

Viele Jahre an der Spitze

Abschließend würdigten Fahrnholz und die ehemalige Kreisvorsitzende Karin Jacob-Witteler die Verdienste, die sich Schindlbeck um den BLLV erworben hat. Demnach wurde er 1989 zum ersten stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. 1995 trat er die Nachfolge von Peter Kraus als Vorsitzender an. 2006 bis 2010 war er Stellvertreter von Jacob-Witteler, ab 2010 bis zu seinem nunmehrigen Ausscheiden aus dem Vorstand wieder Kreisvorsitzender. Einstimmig ernannte die Versammlung Albert Schindlbeck auf Antrag seiner Nachfolgerin zum Ehrenkreisvorsitzenden.

Sie führen den 213 Mitglieder starken BLLV-Kreisverband Amberg (von links): Schatzmeister Heinz Kotzbauer, Vorsitzende Tanja Fahrnholz und ihre beiden gleichberechtigten Stellvertreterinnen Anja Decker und Elke Schmidt.
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