13.09.2018 - 16:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Liebe auf den ersten Beat

Cyril liebt Roxy, aber Roxy liebt Rick. Und Benno will Roxy nur an die Wäsche. Im Film "Das schönste Mädchen der Welt" geht es allerdings um mehr als Teenager-Dramen und Co.

„Das schönste Mädchen der Welt“ gibt es ab jetzt auch im Cineplex Amberg zu bestaunen.
von PKMOProfil

Wie "Fack ju Göthe" mit Musik: Regisseur Aaron Lehmann katapultiert die Geschichte vom französischen Kadetten "Cyrano de Bergerac" ins Klassenzimmer des 21. Jahrhunderts. Von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet, präsentiert der Film eine laute, authentische Jugendkultur mit einer bodenständigen Botschaft: Liebe dich selbst, dann tun es auch andere.

Cyril (Aaron Hilmer), der von seinen Mitschülern wegen seiner großen Nase gemobbt wird, hat keine Lust auf Klassenfahrt. Das ändert sich, als die schlagfertige Roxy (Luna Wedler) dazu stößt. Was niemand weiß: Cyril ist ein begabter Texter und tritt im Schutz einer goldenen Maske bei Rap-Battles an. Auch Roxy liebt die Wortkunst des Rappers, verknallt sich aber durch ein Missverständnis in den Falschen - nämlich den sympathisch dummen Rick (Damian Hardung). Weil Cyril sich keine Chancen bei dem hübschen Mädchen ausrechnet, wird er zum Wingman von Rick und hilft ihm beim Texten von Liebesschwüren für seine Angebetete.

Cyrils große Nase ist immer wieder Thema, egal ob in Beleidigungen seiner Klassenkameraden oder weil er sich selbst nicht mag. Hinter der lauten Fassade der Rap-Musik geht es im Film also um mehr: Was ist eigentlich Schönheit? Und was kann man tun, um Mobbing zu verhindern? Schulpsychologin Lisa Kinkelin, die am Gregor-Mendel-Gymnasium tätig ist, erklärt: "Grundsätzlich sehe ich Mädchen mehr unter Druck, was Schönheit und ihren Körper angeht. Aber auch bei den Jungs nimmt es in letzter Zeit zu." Die Präsenz der sozialen Medien im Alltag der Jugendlichen trage dazu bei: "Da zeigen sie halt, wer größere Muskeln hat oder wie schlank sie sind. Sie fotografieren sich sehr oft, posten Bilder und wollen dafür Likes. Das Vergleichen, das dadurch ermöglicht wird, sehe ich sehr kritisch." Kinkelin erzählt von einer Studie, wonach Menschen umso unglücklicher mit sich selbst sind, je mehr Zeit sie den sozialen Medien widmen. "Im Internet sieht man meist nur die guten Seiten. Niemand postet ein Bild, wie er gerade gestresst und fertig von der Arbeit kommt."

Der Rat der Schulpsychologin ist, sich wieder mehr auf seine Freunde im echten Leben zu besinnen. Gerade Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren seien von körperlichen Unsicherheiten betroffen und oft viel zu lange still, wenn sie deswegen in der Schule Mobbing erfahren: "Da ist es dann oft schon fast zu spät, einige werden depressiv oder kriegen eine Ess-Brech-Sucht." In diesem Fall rät die Psychologin, sich professionelle Hilfe zu holen: "Unbedingt mit einem Erwachsenen über seine Probleme sprechen." Auch wenn Kinkelin weiß, dass das oft nicht so leicht ist: "Die meisten Jugendlichen machen die Probleme mit sich selbst aus. Wenn der Lehrer im Raum ist, passiert das Mobbing ja nicht, da ist es oft schwierig, etwas zu tun."

Die Schulpsychologin relativiert aber auch: "Dass Jugendliche unsicher mit ihrem Körper sind, ist nichts Neues. Das ist auch einfach ein Entwicklungsschritt, den man durchleben und aus dem man gestärkt hervorgehen muss." Nichtsdestotrotz wünscht sich Kinkelin, dass es mehr Angebote gäbe, die sowohl Lehrern als auch Schülern helfen könnten, problematische Tendenzen zu erkennen: "Im Schulalltag hat man oft nicht die Zeit, darauf richtig einzugehen. Ich weiß aber von einem Projekt an einer anderen Schule. Es nennt sich ZFU - Zeit für uns. Hier hat die Klasse eine Stunde Zeit, um mit ihren Lehrern einfach über Menschliches zu sprechen. Das finde ich gut."

Im Film und im echten Leben geht es also darum, die Augen aufzumachen und das wahre Ich eines Menschen, abseits aller Äußerlichkeiten, kennen und lieben zu lernen. Oder wie Cyril rappt: "Du bist perfekt, denn du bist nicht perfekt. Mit dir fühlt's sich an, als ob das Leben gut ist. Auch wenn du dich selber nicht liebst, ich tu es."

Eine Umfrage zum Thema Schönheit

Kino:

Wer will, kann „Das schönste Mädchen der Welt“ ab jetzt im Cineplex Amberg sehen.

Termine: Freitag, 14. September, 14.30/17 und 19 Uhr, Samstag, 15. September, zusätzlich um 12.20 Uhr, Sonntag, 16. September, 12.40/14.50/17.20 und 19.40 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch, 17./18. und 19. September, jeweils um 14.30/17 und 19 Uhr. Weitere Termine folgen. (pkmo)

Den Trailer zum Film gibt's hier:

Amberg
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