Radfahren alleine ist Claudia Mai nicht genug. Ihre großen Erfolge als Sportlerin hat die Ambergerin tatsächlich als Triathletin gefeiert. Unter anderem holte sie sich 2022 einen deutschen Meistertitel über die Olympische Distanz. 2017 siegte sie beim Challenge-Triathlon von Prag. Doch auch beim Triathlon sitzt man die längste Zeit des Wettkampfs auf dem Rad, lernt die Oberpfalz und ihre schönsten Strecken kennen.
Wie die heute 36-Jährige Oberpfalz-Medien erzählt, ist ihre Liebe zum Rad schon ganz früh und weniger sportlich sondern vielmehr praktisch entstanden: "Schon als Kind war das schnellste Fortbewegungsmittel das Rad – in die Schule, in den Musikunterricht, in die Stadt, zu den Vereinen", erinnert sich die Leiterin der Amberger Volkshochschule. Damals habe sie das Rad deshalb gar nicht so sehr als Sportgerät für sich betrachtet. Das kam erst später, als sie mit Mitte 20 die Freude am Mountainbike für sich entdeckte. "Kurz darauf folgten bereits erste MTB-Rennen", erinnert sie sich. Und noch etwas später kamen dann Laufen, Schwimmen und so der Triathlon hinzu.
Manchmal einfach ausbrechen
Mit dem Wettkampfsport entdeckte Claudia Mai dann auch das Rennrad für sich. "Am Anfangs war es das vom Opa", erzählt sie aus ihren Anfängertagen. Heute verbringt sie auf dem Renner die meiste Trainingszeit, auch wenn es nicht mehr der alte vom Opa, sondern besonders schnelle aus dem Weidener Cube-Store sind. "Insgesamt liebe ich aber die Abwechslung", sagt Mai über ihre Rad-Gewohnheiten. "Wenn es ins Gelände geht, nutze ich gerne das Gravel- oder Mountainbike, meistens bin ich mit dem Rennrad unterwegs, in den Wettkämpfen dann mit meinem Triathlonrad." Und dann gibt es immer noch das Stadtrad mit Korb dran, mit dem der Einkauf erledigt wird.
Als ambitionierte Sportlerin muss Mai meist einem genauen Trainingsplan folgen und kann nicht nach Lust und Laune losradeln. "Ab und an muss ich aber auch mal aus der vorgegebenen Struktur ausbrechen und schnappe mir einfach ein Rad für eine längere Tour, eventuell sogar mit Übernachtung und dann auch verbunden mit etwas Sightseeing."
Erlebnis Trans-Bayerwald
Ein besonderes Erlebnis sei dabei zuletzt eine Tour gewesen, die zumindest in der weiteren Oberpfälzer Umgebung liegt: "Man muss gar nicht weit fahren, um eine ‚Alpenüberquerung‘ zu machen", sagt sie dazu mit etwas Augenzwinkern. Tatsächlich meint sie die Trans-Bayernwald. "Die Höhenmeter haben es in sich", sagt die Leiterin der Amberger Volkshochschule beinahe schon vielsagend über diese Runde fürs Mountainbike. Dennoch ist ihr immer noch die Begeisterung für diese Strecke anzuhören, die den gesamten Bayernwald von Cham bis Passau durchquert: "Die Strecken sind super ausgeschildert, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Tour zu bewältigen, aber es ist auch jederzeit so, dass man binnen zweier Stunden wieder zu Hause ist", zählt sie die Vorteile dieser besonderen Runde auf. "Ich persönlich finde, dass man so die eigene Heimat besser kennen und auch zu schätzen lernt."
Das gilt auch für die Tour, die Claudia Mai als Teil dieser Lieblingstour-Serie vorstellt. Diese führt aber noch unkomplizierter durch die Landkreise Amberg-Sulzbach in Richtung Schwandorf und dann wieder zurück. Allerdings gibt es doch einige Unterschiede zum anstrengenden Ritt durch den Bayernwald: denn während sich diese Tour nur fürs Mountainbike eignet und auf jedem Abschnitt eine Menge an teils sehr steilen Anstiegen bereit hält, hat Claudia Mai für diese Serie eine Runde fürs Rennrad ausgewählt, die etwas mehr Rücksicht nimmt auf Radler mit "Höhenmeter-Allergie".
Beinahe schon flach
Die Steinberger-See-Runde eignet sich deshalb perfekt für die Zeit im Frühjahr oder auch im Frühsommer, wenn man als Radler ordentlich Kilometer als Vorbereitung für spätere, lange Runden sammeln will, aber noch nicht ganz so viel Kraft für übermäßig viele Höhenmeter entwickelt hat. Denn Mais Lieblingsrunde verläuft für Oberpfälzer Verhältnisse recht flach vom Amberger Umland an den Steinberger See und wieder zurück: Auf gut 90 Kilometer kommen auf dem Streckenvorschlag der 36-Jährigen so "nur" etwas mehr als 550 Höhenmeter zusammen.
Auch wenn es auf der Runde kaum Gipfel gibt: Landschaftliche Höhepunkte hat Mai in diese Rollerrunde jede Menge eingebaut. Zunächst führt die Tour aber relativ unspektakulär entlang der Bundesstraße 85 in Richtung Osten. Kurz nach Schwarzenfeld geht es dann vorbei an Altfalter und am Charlottenhof hinein ins Oberpfälzer Seenland, wo es bekanntermaßen viel zu sehen und auch gute Möglichkeiten für eine Kaffeepause gibt.
Der Rückweg führt dann über Schwandorf in Richtung Vilstal. Kurz bevor der Fluss bei Ensdorf erreicht wird, führt die Strecke doch noch über einige Hügel und erreicht bei 443 Höhenmetern ihren höchsten Punkt. Ist dann aber das Klosterdorf erreicht, geht es zwar vilsaufwärts aber ohne weitere "scharfe" Anstiege über Amberg zurück in Richtung Raigering.
Claudia Mais Lieblingstour auf Komoot
Drei Fragen an Claudia Mai
- Wie viele Rad-Kilometer 2022? "Das kann ich leider nicht genau sagen. Ich zeichne zwar häufig meine Ausfahrten auf, aber dann doch nicht alles. Die Chaos-Lady vergisst nämlich gerne auch mal das Laden der Garmin-Uhr für die Aufzeichnung."
- Wie viele Räder fahren Sie aktuell? Welches ist das Lieblingsrad (Typ und ungefährer Preis): "Ich fahre insgesamt fünf Räder: Rennrad, Triathlonrad, Gravelbike, Mountainbike und Stadtrad.
Einen echten Favoriten habe ich nicht. Opas vererbte Rennräder stehen mittlerweile am Dachboden." - Wie stehen Sie zu rasierten Beinen (bei Männern)? "Jedem das Seine! Früher (bevor ich zum Triathlon kam) fand ich rasierte Beine bei Männern etwas eigenartig, jetzt ist es mir aber tatsächlich egal, und es fällt mir kaum mehr auf."















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