15.06.2018 - 13:39 Uhr
AmbergOberpfalz

"Love Me Tender" vom Glasrand

Ungewohnte Töne bei Campus-Konzert der Hochschule: Selbst Kanzler Ludwig von Stern singt mit.

Beim „Campus-Konzert“ im Foyer des Siemens-Innovatoriums der OTH Amberg-Weiden boten Heike Lepke (rechts) und Heike Herzog (links) Außergewöhnliches mit Musik aus Glasharfen, wie sich die mit Wasser gestimmten Gläser nennen.

(usc) Muse küsst Technik. So könnte man das Campus-Konzert umschreiben, bei dem sich vor allem Studierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule als begeisterte Chorsänger präsentierten, aber auch als Solisten ein gutes Bild abgaben, darunter ein Professor und der Kanzler persönlich. Außergewöhnlich und viel beklatscht war der Auftritt des Glasharfen-Duos Zitrone 17.

Man nehme Gläser unterschiedlicher Größe und fülle sie mit Wasser. Wer in der Physik gut aufgepasst hat, kann sich daran erinnern, wie man durch rotierendes Reiben am Glasrand Töne erzeugt. Die Kunst besteht aber darin, die Wassermenge zu dosieren, dass eine saubere Tonleiter entsteht. Labor-Ingenieurin Heike Lepke und ihre Duo-Partnerin Heike Herzog musizieren seit einem Jahr auf diese Weise. Die Abfolge der Töne, die sie den Gläsern entlocken, ist zugegebenermaßen etwas langsamer als im Original, aber im Vergleich zu einem Tasteninstrument ungleich schwerer zu spielen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, als die beiden Heikes den Gläsern bekannte Melodien wie "Wonderful World", "Summertime", "Love Me Tender", "Trumpet Voluntary" und den Klassiker "Morgenstimmung" entlockten. Gänsehautgefühle weckte der OTH-Chor unter Leitung von Anna Lottner vor allem mit seinen A-cappella-Stücken wie "Evening Rise", beim südafrikanischen Gospelsong "Siyahamba", beim temperamentvollen Gospelsong "Standing in the need of prayer" und beim finalen Volkslied "Der Mond ist aufgegangen". Klassisch war der Chorsatz "Ode an die Heimat" gesetzt, in dem zum Schmunzeln der Zuhörer auch das moderne W-Lan auftauchte.

Chor-Stimmbildnerin Manuela Falk erhielt als Solistin großen Beifall. Ihr tat es auch Kanzler Ludwig von Stern mit dem Händel-Ohrwurm "Ombra Mai Fú" aus der Oper Xerxes, mit Mozarts "Soave Sia Il Vento", mit Schuberts "An die Musik" und "Im Abendrot" gleich. Mit Professor Maximilian Kock stellte sich ein Komponist den Zuhörern vor, dessen Schlaflied vor 17 Jahren für seinen neugeborenen Sohn entstand und das viel Beifall erhielt. Kirchenmusiker und Student Andreas Feyrer war am E-Piano ein sicherer Anleiter und Begleiter weiterer Solostücke von Bettina Fritsch und Elena Ströhl.

Der Abend klang aus mit einem von Markus Lommer spontan geschaffenen Kanon und mit dem bekannten und gemeinsam gesungenen "Möge die Straße uns zusammenführen" von Markus Pytlik.


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