17.01.2019 - 19:23 Uhr
AmbergOberpfalz

"Luft ist überall"

Es hat nur ein Thema und ist dennoch so vielfältig: das Luftmuseum in Amberg. Johanna Foitzik blickt auf ihr erstes Jahr als Geschäftsführerin zurück und freut sich auf die kommenden Ausstellungen. Es wird wieder bunt.

Luftmuseum-Geschäftsführerin Johanna Foitzik freut sich auf die Ausstellungen im neuen Jahr.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Seit Januar 2018 ist Johanna Foitzik Geschäftsführerin im Luftmuseum. Zuvor hat sie dort bereits als Volontärin gearbeitet. Im Gespräch mit der Redaktion stellte sie nun das neue Programm für 2019 vor – und erinnerte sich noch einmal an die Höhepunkte des vergangenen Jahres.

ONETZ: Wie zufrieden blicken Sie auf das vergangene Jahr?

Johanna Foitzik: Das letzte Jahr war für uns sehr erfolgreich. Wir haben mehr als 3000 Gästen nur in Führungen das Haus gezeigt – zusätzlich zu den normalen Besuchern. Ein Rekord. Sehr groß war der Andrang vor allem über die Sommermonate. Ich musste sogar extra neues Führungspersonal einstellen.

ONETZ: Die Luftnacht ist nur alle zwei Jahre, 2018 war es wieder so weit.

Johanna Foitzik: Ja, die Luftnacht war bombastisch. Das Wetter hat super mitgespielt. Das Museum war an dem Abend auch geöffnet und wir hatten dermaßen viele Besucher, obwohl ja in der ganzen Stadt viel geboten war, dass wir wirklich überrascht waren. Wir waren mehr als zufrieden. Da arbeiten wirklich alle toll zusammen.

ONETZ: Woran erinnern Sie sich neben der Luftnacht besonders gerne?

Johanna Foitzik: Ein Höhepunkt war bestimmt die Cloud-Ausstellung: die Wolke als Naturphänomen, aber auch als technische Daten-Cloud. Dazu waren sehr verschiedene Künstler eingeladen. Parallel hatten wir eine Mitmach-Ausstellung. Da waren die Gäste eingeladen, selbst rumzukritzeln und kreativ zu werden.

ONETZ: Viele der Künstler, die ihre Werke im Luftmuseum zeigen, sind auf der ganzen Welt unterwegs ...

Johanna Foitzik: Stimmt. Björn Schülke aus Köln zum Beispiel hat bei uns drohnenartige, raumfüllende Objekte ausgestellt, die sich bewegt haben und gedreht, Licht hat geflackert. Das war spannend. Von Amberg ist er weiter nach San Diego gereist. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass internationale Künstler hier in die Oberpfälzer Provinz kommen und bei uns ausstellen.

ONETZ: Wie reagieren die auf Amberg?

Johanna Foitzik: Von Amberg haben die meisten natürlich vorher noch nix gehört. Durch unsere Einladung kommen sie dann und entdecken dieses Kleinod. Anfang des Jahres hatte ich eine Ausstellung mit zwei Pariser Fotografen. Die waren total begeistert von Amberg, der Umgebung und der Ruhe, die hier herrscht. Und von der tollen Qualität des Essens. Alle Vorzüge, die wir hier haben, haben sie sehr schnell erkannt. Sie sind dann gleich eine Nacht länger geblieben.

ONETZ: Ist es schwierig, Künstler für das Luftmuseum zu gewinnen?

Johanna Foitzik: Die meisten sind begeistert von dem Themenmuseum. Die russische Latex-Künstlerin Sasha Frolova zum Beispiel hat gesagt: "Endlich gibt es so ein Museum, da sind meine Skulpturen zuhause, da gehören die hin." Als privates Museum haben wir nicht so hohe Mittel. Wir versuchen, mit unserem Charme und der Qualität unseres Hauses zu überzeugen. Mit dem Portfolio, das wir schon haben. Auf der Homepage gibt es ein umfassendes Bildarchiv, alle Ausstellungen werden professionell fotografiert. Das spricht für sich, wenn man in 13 Jahren so eine gleichbleibende oder sogar steigende Qualität zeigen kann.

ONETZ: Das Programm für 2019 steht also?

Johanna Foitzik: Ja, wir müssen jetzt schon die Künstler für 2020 festzurren. Zum Beispiel haben wir da derzeit einen Wetter-Fotografen an der Angel.

ONETZ: Gehen einem zur Luft irgendwann die Ideen aus?

Johanna Foitzik: Das Thema ist zwar speziell, aber gleichzeitig so vielfältig. Wir sind nicht auf eine Kunstform beschränkt. Damit kann man gut arbeiten. Luft braucht man ja quasi für alles. Das ist ja das Schöne. Luft ist überall. Da findet man immer einen Zugang. Die Künstler empfehlen sich auch gegenseitig weiter. Freunde, Bekannte und Interessierte geben uns Tipps, wir bekommen ständig E-Mails.

ONETZ: Was erwartet die Besucher im neuen Jahr?

Johanna Foitzik: 2019 wird abwechslungsreich, sehr bunt. Glasarbeiten, Fotografien, Gemälde, Skulpturen. Wir haben wieder alles abgeklappert, was der Kunstmarkt so zu bieten hat. Das Ausstellungsjahr beginnen wir gleich mit einem Jubiläum, nämlich unserer 100. Sonderausstellung. 100 Mal Luft auszustellen, ist etwas Besonderes. Ich freue mich, dass wir dafür mit Tom Hegen einen so tollen Fotografen gefunden haben. Alle seine Bilder sind aus dem Flugzeug heraus gemacht.

ONETZ: Was sind Ihre Höhepunkte 2019?

Johanna Foitzik: Wir haben zum ersten Mal ein Projekt mit Kunstsammlungen des Bistums Regensburg: eine Ausstellung über den Heiligen Geist – natürlich in unserer Hauskapelle. Und parallel eine Künstlerin, die riesige, aufblasbare Skulpturen zeigt. Weiter geht es mit einer Klangkünstlerin und einem Österreicher, der „lineare Buckelarbeiten“ ausstellt. Er ist auch zertifizierter Geräuschberater. Da darf man sich bestimmt auf die ein oder andere Überraschung freuen. Zum Jahresabschluss stellt die Ambergerin Marion Mack aus und ein Kunstprofessor aus der Schweiz. Der tut so, als hätte er seine eigene Airline.
Besonders freue ich mich natürlich auch auf den 13. Geburtstag und das Luftboottreffen am 2. Juni, da hatten wir letztes Jahr auch Besucherrekord, fast schon einen Schlauchboot-Stau auf der Vils. Ich hoffe, dass das nächste Jahr wieder so guten Anklang findet, weil das immer eine entspannte, spaßige Veranstaltung ist. Im Frühjahr sind auch wieder drei Architekturvorträge.

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