03.03.2020 - 15:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Lungenkrebs und die Alternativen zur klassischen Chemotherapie

Lungenkrebs ist laut einer Mitteilung des Klinikums St. Marien sowohl bei Männern als auch Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Die Zahl der Erkrankten nehme dramatisch zu.

Dr. Hans Wahn.
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So sterben laut Angaben aus St. Marien mittlerweile mehr Männer an Lungenkrebs als infolge eines Herzinfarkts. "Dennoch ist Lungenkrebs kein schicksalhaftes Ereignis", sagte Dr. Hans Wahn beim Gesundheitsforums im Amberger Rathaus.

Viele der Zuhörer kannten den Referenten noch nicht, handelt es sich doch um einen Neuzugang in St. Marien. Der Ravensburger wird ab 1. April die Führung der Klinik für Innere Medizin IV (Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin) übernehmen.

Lungenkrebs ist laut Wahn zu einer Volkskrankheit geworden. Zu 89 Prozent sei das Rauchverhalten Ursache Nummer eins: "Am besten ist es als Raucher, so früh wie möglich damit aufzuhören, damit die Lunge sich wieder erholen kann. Denn die Nachwirkung dauert lange an. Oft bricht Lungenkrebs erst 20 Jahre später aus." Ausschlaggebend seien aber auch die inneren Faktoren, die genetisch bedingt sein können.

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"Krebs entsteht durch unkontrollierte Zellteilung. Normalerweise kann unser Immunsystem bösartige Zellen erkennen, aber mit der Zeit lernen sich diese zu tarnen und sich so vor den Abwehrzellen zu verstecken", ließ der Mediziner wissen. Besonders tückisch: Der Lungenkrebs mache keine typischen, sofort erkennbaren Beschwerden. Am Anfang seien sie sogar sehr unspezifisch. Wahn: "Unbedingt einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn ein anhaltender Raucherhusten plötzlich seine Charakteristik ändert, starker Gewichtsverlust, allgemeiner Kräfteverfall, Atemnot feststellbar ist oder es zu anhaltendem Nachtschweiß kommt." Auch anhaltende Heiserkeit, Bluthusten und stark anhaltende Schmerzen sowie Lähmungen seien Alarmsignale. Es gebe keine Möglichkeit der Früherkennung. Ein sinnvolles Verfahren existiere dennoch - das Low-Dose-CT, das aber von den Kassen noch nicht finanziert werde. Bestehe der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, müssten zunächst die Tumorart sowie die Ausbreitung geklärt werden.

Der Referent: "Am Ende gibt aber nur die Bronchoskopie gesicherten Aufschluss darüber, ob der Tumor gut- oder bösartig ist." Die Diagnostik von Metastasen mache aber große Fortschritte. So könne ein sogenanntes PET-CT stoffwechselaktives Tumorgewebe zum Leuchten bringen. Eine Methode, die mittlerweile fest etabliert sei und bei der St. Marien eng mit dem Klinikum Weiden zusammenarbeite.

Nach der Diagnose folge die Behandlung. Die gängigen Verfahren seine eine OP, die Strahlen- und die Chemotherapie. Mittlerweile stünden aber auch viele Medikamente zur Verfügung: "Eine alleinige Chemotherapie kommt heute nur noch selten zum Einsatz." Bis 1990 sei der metastasierte Lungenkrebs ausschließlich mit einer Chemotherapie behandelt worden. Der Appell von Dr. Wahn am Ende seines Vortrags: "Nicht rauchen und nirgendwo hingehen, wo geraucht wird. Die beste Art der Vorsorge."

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