22.01.2020 - 09:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Da lusen die Zuhörer vom Vogelmayer

Das Nebenzimmer beim Kummert-Bräu ist gut gefüllt, als Kulturamtsleiter Reiner Volkert den Musik-Kabarettisten Thomas Mayer vorstellt, der sich selbst Vogelmayer nennt. Und der hat einen ganz speziellen Kurs im Angebot.

Den Reaktionen der Teilnehmer war zu entnehmen, dass der Vogelmayer mit seinem Konzept den Nerv der meisten Gäste getroffen hatte.
von Josef SchmaußerProfil

Im Programmheft der Volkshochschule der Stadt Amberg war die unterhaltsame Veranstaltung mit „Bayrisch für Zuagroaste und Bayern, deren Herz für die Heimat schlägt“ angekündigt worden. Den Reaktionen war zu entnehmen, dass der Niederbayer (38) mit dem Konzept eines Sprachkurses der etwas anderen Art den Nerv der meisten Gäste getroffen hatte. Zu Beginn stellten sich die Anwesenden vor. Dabei wurde klar, dass tatsächlich einige von ihnen aus anderen Bundesländern stammen.

Aber auch Haselmühler und Kümmersbrucker nutzten das Angebot, den lautmalerischen Vokalverschiebungen der altbaierischen Sprache und den oft merkwürdigen Ausdrücken der Einheimischen näherzukommen. Anfangs setzte der Kabarettist durchaus ernste Aspekte und legte mit einem Ausflug in die bayerische Geschichte und die regionalen Besonderheiten des Freistaates die Basis für die folgenden Einblicke in den Dialekt, die Sprache und die Traditionen des „oftmals verschlossenen Völkchens“ der Bayern. Auch bei der Vorstellung der Besonderheiten der bairischen Sprache, das Y im Namen Bayern wurde erst in der Zeit von König Ludwig I., inspiriert durch seine Griechenlandliebe, eingefügt, zeigte, dass sich der Niederbayer durchaus intensiv mit der Materie beschäftigt hat. Während des Vortrages stellte sich aber immer wieder heraus, dass sich die auf fast 70 Folien gezeigten Beispiele nicht an dem Dialekt im Amberg-Sulzbacher Raum orientierten, sondern eher am Heimatdialekt des Autors.

Nach dem mit Gitarre-Begleitung vorgetragenem Lied „Do bin i dahoam“ ging es in die Weißwurst-Pause. Wahrscheinlich lässt es sich für die meisten Kabarettisten nicht vermeiden, die ou-Laute des Oberpfälzischen zu verballhornen. Eigenartigerweise werden englische Wörter mit dem ou-Laut, die zum Beispiel in „to go“ oder „show me“ zu finden sind, nicht als komisch bewertet. Besonders mit der Auswahl typischer Oberpfälzer Verben und Adjektive wie lusen für hören und hail für eisglatt traf der Voelmayer den Nerv seiner Zuhörer. Selbst mit einigen Klischees und schon recht bekannten Witzen und Kalauern erzielte der Gast aus Niederbayern viele Lacher.

Zum Schluss gab es einige Redensarten und Sprüche. „Is da Weg länger als der Karr’n, dann wird g’fahrn“, oder: „Af die oidn Radln kann ma as Fahr’n lernen.“ Ein weiteres selbst verfasstes Lied und einige Witze, von Zeit zu Zeit vielleicht etwas zu derb, schlossen das fast dreistündige Programm ab. Wie heißen die Lieblingsdialektwörter vieler Bayern? „Des wor fei schöi!“ Auf Wunsch wurde noch ein „Baierisches Sprach-Zertifikat“ vergeben.

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