Amberg
21.02.2025 - 16:17 Uhr
OnetzPlus

Meinung zum Altstadtfest: Man macht es nie allen recht

Die Entscheidung des Amberger Hauptausschusses, die Musik beim Altstadtfest eine Stunde länger spielen zu lassen, zeigt, dass Politik oft bedeutet, einen Balanceakt zwischen Mehrheitsinteresse und Minderheitenschutz zu finden.

Am Altstadtfest in Amberg spielt auch heuer die Musik länger. Das sind Entscheidungen, die sich auch die Politik nicht leicht macht, kommentiert Wolfgang Ruppert. Symbolbild: Petra Hartl
Am Altstadtfest in Amberg spielt auch heuer die Musik länger. Das sind Entscheidungen, die sich auch die Politik nicht leicht macht, kommentiert Wolfgang Ruppert.

Als Politiker hat man es nicht leicht. Selbst, wenn die überragende Mehrheit etwas möchte, wäre man nicht gut beraten, die kleine Minderheit komplett zu ignorieren. Im Fall vom Altstadtfest geht es um einen, vielleicht zwei Tage im Jahr, wenn man den Sonntag mitrechnet, der zur Belastung mancher Anwohner werden könnte.

Sollte man die betroffene Minderheit zum Wohle aller anderer einfach ignorieren? Nein. Täte man das, ginge es nicht mehr um Demokratie nach unserem Verständnis, sondern um eine Tyrannei der Mehrheit. Aber sollte die Allgemeinheit unter dem leiden, was eine kleine Minderheit fordert? Das wäre natürlich genauso falsch.

Dieser kurze Gedankengang zeigt, vor welchen Herausforderungen Politiker im Allgemeinen stehen, sei es in der großen Politik oder im kleinen Amberg. Wer die öffentliche Hauptausschusssitzung am vergangenen Donnerstag live verfolgt hätte, der hätte gemerkt, dass die Gremiumsmitglieder trotz ihres Dafürhaltens für ein längeres Altstadtfest diejenigen nicht vergessen haben, die unter der Musik vielleicht leiden.

Der Hauptausschuss ist nun mal eines der Gremien, die dafür da sind, Entscheidungen zu treffen. In dem Fall ist das, die Musik eine Stunde länger spielen zu lassen. Gerade, weil viele Diskussionen um politische Entscheidungen derzeit so hitzig geführt werden, sollte man nicht vergessen, dass selbst das Argument der Gegenseite nicht irrelevant ist, sondern dieses Mal einfach überstimmt, aber in die Abwägung einbezogen wurde.

OnetzPlus
Amberg21.02.2025
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.