09.11.2018 - 15:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Masterplan Sportpark: Vorerst nur neue Toiletten

Der Skaterpark ist fertig, die Beachvolleyball-Anlage auch. Geht es nach der CSU, soll der Sportpark weiter aufgewertet werden: Allwettersportplatz, Kunstrasen, Toiletten und eine zweite Eisfläche. Doch es gibt teilweise massive Bedenken.

Immer mehr Skater entdecken die neue Anlage am Schanzl für sich. Wenn sie aber keine Action, sondern ein stilles Örtchen benötigen, stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Das soll sich nun ändern.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann hatte am Donnerstag 17 Anträge in die Haushaltssitzung des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses mitgebracht. Einer davon heißt Masterplan Sportpark, von dem nicht nur die direkt ansässigen Vereine TV 1861, DJK, ESV, TC am Schanzl, ESC und ERSC profitieren sollen, sondern alle Amberger. "Wir sollten ein Signal setzen, dass wir bereit sind, dort zu unterstützen", sagte Mußemann und nannte einen Betrag, den er gerne im Haushaltsentwurf des nächsten Jahres sehen würde - eine Viertelmillion Euro.

"Nicht ruhigen Gewissens"

Als sie diese Summe hörte, schüttelte SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth den Kopf und verzog das Gesicht: "Ich kann nicht ruhigen Gewissens eine Viertelmillion da runter geben." Sie argumentierte mit finanziellen Engpässen und sportlichen Turbulenzen beim FC Amberg und vermisste Stellungnahmen der genannten Vereine: "Da ist noch einiges im Argen. Das ist nicht komplett aufgearbeitet." Ähnlich sah es Helmut Wilhelm von den Grünen: "Wir sollten nicht einen so hohen Betrag für etwas einstellen, das noch nicht beschlossen ist." Dieter Amann von der SPD ging noch einen Schritt weiter und sprach sogar von einer Luftnummer: "Machen wir doch erstmal ein Konzept. Reden wir doch erst einmal mit den Vereinen."

An dieser Stelle der Diskussion meldete sich CSU-Stadtrat Thomas Bärthlein zu Wort, seines Zeichens auch Vorsitzender des TV 1861, zu dem der FC Amberg gehört: "Wir haben alle Vereine zum Gespräch eingeladen. Es waren fast alle da." Tenor: "Wir wollen dort unten alle vermehrt zusammenarbeiten. Das setzt eine gewisse Infrastruktur voraus."

Aber dafür eine Viertelmillion einplanen? Das ging auch Klaus Mrasek von der ÖDP zu weit. Er plädierte für ein grundsätzliches Ja, den Sportpark aufzuwerten, aber auch dafür, die 250 000 Euro nicht als Blankoscheck auszustellen, sondern zweckgebunden in den Etat einfließen zu lassen. Außerdem gab er zu bedenken, dass sich das Vorhaben "auf mehrere Jahre erstrecken" werde. Oberbürgermeister Michael Cerny hörte die Wortmeldungen und wartete mit seiner Meinung etwas, bis er sagte: "Wir sollten signalisieren, wir würden diesen Weg gehen. Wenn es in der Abstimmung aber nicht möglich ist, dann bleibt es halt so, wie es ist."

Eine Entscheidung zeichnete sich erst ab, als Rupert Natter (CSU) vorschlug: "Wir sollten zumindest den Punkt Toiletten unbedingt angehen." Mit Blick auf den Skaterpark sagte er: "Es ist ein Unding, dass wir den jungen Leuten beibringen, in den Büschen aufs Klo zu gehen." Dieter Amann nickte: "Zuerst die Toiletten. Dann sind wir dabei."

Für 120 000 Euro

Das Gremium verständigte sich darauf, 120 000 Euro für eine neue öffentliche WC-Anlage zu genehmigen, plus 10 000 Euro für die weitere Planung, die laut OB Michael Cerny nun schrittweise folgen soll, denn: "Das würden mehrere Millionen werden." Je nach Finanzkraft und Haushaltsverfügbarkeit, wie es das Stadtoberhaupt formulierte, könnte der Masterplan in den Jahren danach dennoch umgesetzt werden: "Wenn die Vereine das wollen."

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