14.10.2018 - 11:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Medienkompetenz von klein auf

"Schön ist's mit dir", singen die Buben und Mädchen des Marienheim-Kindergartens. Sie meinen damit nicht nur Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer, sondern auch das neue Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik.

Mit erhobenen Händen scheint Familienministerin Kerstin Schreyer (hinten rechts) den Kinderchor des Marienheims zu dirigieren. Tut sie nicht, aber sie gibt den Takt für die Arbeit des neuen Zentrums für Medienkompetenz in der Frühpädagogik vor und kommt nach der Unterzeichnung der Gründungsurkunde erneut nach Amberg, um die Einrichtung offiziell zu eröffnen.
von Thomas Amann Kontakt Profil

(ath) "Schön ist's mit dir", singen die Buben und Mädchen des Marienheim-Kindergartens. Sie meinen damit nicht nur Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer, sondern auch das neue Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik, das die Politikerin offiziell eröffnet.

Wie am Samstag bereits kurz berichtet, hat es von der Unterzeichnung der Gründungsurkunde für diese Einrichtung bis zum Bezug der umgestalteten Räume in der Regierungsstraße 11 (ehemalige Filiale der Hypovereinsbank) nur rund drei Monate gedauert. Zu verdanken war das neben Gebäudeeigentümer Josef Winkler der Amberger Gewerbebau, die sich für die rasche Realisierung des Projekts ins Zeug gelegt hat.

Entwicklung "phänomenal"

"Die Entscheidung ist das eine, die Umsetzung dann das andere", lobte Kerstin Schreyer den schnellen Prozess, auf den auch Oberbürgermeister Michael Cerny stolz war. Er hob obendrein das lichtdurchflutete "wunderbare Ambiente" über zwei Stockwerke samt offenem Treppenaufgang hervor und fand die ganze Entwicklung "phänomenal". Schließlich soll nach dem Zentrum für Medienkompetenz (ZMF) das ganze Institut für Frühpädagogik nach Amberg verlagert werden. "Das tut dem ländlichen Raum gut", merkte der OB an, um inhaltlich auf die Zukunft der Kinder abzuheben, die verstärkt durch digitale Medien geprägt werde.

"Das birgt viele Chancen in sich, ist aber auch mit Risiken verbunden", zitiert das Sozialministerium eine Aussage Cernys, der ferner dafür dankbar sei, "dass die Familienministerin frühzeitig ein eigenes bayerisches Zentrum für diese Fragestellungen eingerichtet hat". Dass dieses Zukunftsthema künftig von Amberg aus für den gesamten Freistaat koordiniert wird, mache ihn stolz.

Wie das praktisch aussehen soll, umriss Kerstin Schreyer mit dem plakativen Beispiel, "wir werden Bauklötze und das Wischen auf dem I-Phone verbinden müssen". Denn selbst für kleine Kinder sei die Frage längst nicht mehr, "digitale Welt ja oder nein", sondern die Verknüpfung mit dem Kennen- und Schätzenlernen analoger Wissensvermittlung ("Blättern" und Lesen in Büchern) werde ebenso wichtig. Dass in Amberg dafür Orientierungshilfen und moderne Lernkonzepte entwickelt werden - unter anderem in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule - bezweifelte die Ministerin anhand der "kompetenten Mannschaft" und deren Arbeitsbedingungen nicht.

Digital lebenslang lernen

Fragestellungen des Medienkompetenzzentrums lauten: Wann und wie sollen Kinder mit digitalen Medien in Kontakt kommen? Wie lernen sie schon vor der Schule einen selbstständigen und verantwortungsvollen Umgang damit? Wie können Eltern und Fachkräfte bestmöglich begleitet und in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden? Die Experten, die nun in Amberg arbeiten, sollen darauf die Antworten liefern.

Leiterin der Einrichtung ist Christine Tschöll, die ein modernes Kompetenzzentrum aufbauen will: "Digitale Bildung bedeutet lebenslanges Lernen: von der Kita bis zur Weiter- und Erwachsenenbildung. Diesen Herausforderungen werden wir uns hier gemeinsam stellen - zum einen mit den Netzwerk- und Kooperationspartnern, zum anderen mit Fachkräften und Eltern. Wichtig ist mir dabei, alle beteiligten Akteure einzubinden, um innovative und kreative Konzepte gemeinsam zu entwickeln."

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